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8 (1853) Der rothe Freibeuter : ein Seegemälde
Entstehung
Seite
387
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der fick i» seine heimliche Verbindung mit dem Spion einstehlenkönnte, in der Nähe weilte, und setzte dann sein Ans- und Abgehenmit Wilder'n fort. Nach einer langen, gedankenvollen und tiefenStille fing er wieder an:

In einem Schiffe wie dieses sind feine Ohren fast eben sowichtig, als ein unerschrockenes Herz. Die Schufte im Vorderraumdürfen nicht von dem Baum der Erkenntniß kosten, auf daß wir,die wir in den Kajüten sind, nicht sterben mögen."

Es ist doch ein gefahrvoller Dienst, den wir übernommenhaben," bemerkte Wilder, seinen geheimen Gedanken unwillkür-lich freien Lauf gebend.

Der Rover schwieg. Lange ging er hin und her auf demDeck, ehe er sprach, und als er es that, war es mit einer Stimme,so einschmeichelnd weich und sanft, daß seine Worte mehr den er-mahnenden Tönen eines besonnenen Freundes glichen, als derSprache eines Mannes, der lange der Gefährte von Wesen war,so rauh und grnndsatzlos wie die, von denen man ihn jetzt um-geben sah.

Sie sind noch an der Thürschwelle Ihres Lebens, Herr Wil-der; ganz liegt es vor Ihnen, und ladet Sie ein, zu wählen, wel-chen Pfad Sie betreten wollen. Noch sind Sie von keinem Auf-tritte Zeuge gewesen, der eine Verletzung dessen genannt werdenkönnte, was die Welt ihre Gesetze nennt; und es ist noch nichtzu spät, zu sagen, daß Sie es nie sein werden. Mich hat viel-leicht bei meinem Wunsche, Sie zu gewinnen, die Selbstsucht regiert;doch stellen Sie mich auf die Probe, Sic werden finden, daß dieseLeidenschaft zwar oft thätig, aber nie in meinem Geiste herrschendwird, noch werden kann; Sie dürfen nur Ihren Wunsch: frei zusein, ausdrückcn, und Sie sind cs; leicht lassen sich die geringenSpuren, daß Sie zu meiner Mannschaft je gehört haben, vertilgen.Sehen Sie den blassen Lichtstrcifen dort, unweit davon ist Land;ehe noch die morgende Sonne nntergeht, können Sie es betreten."

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