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Schneiderlein den freien Gebrauch seiner nähefcrtigen Hände ha-ben möge.
„Ziehe 'mal ein bischen mit der Hand auf und nieder auf die-sen Knhlgast da!" sagte Richard, nachdem er den guten Man»gehörig sicher gesetzt hatte; „so, beleg' mir die ganze Stelle da."
Hierauf umschloß er mit dem einen Kniegelenk den Hals seinesGefangenen, faßte diesen dann bei einer gewissen Partie des Kör-pers, die nun durch den Druck am Kopfgelenk in die Höhe ge-schwungen wurde, und legte diese Partie ruhig dem erschrockenenSchneider in den Schooß.
„Hier, Freundlein," sagte er, „hanthiere jetzt mit deiner Nadelwie bei deiner gewöhnlichen Arbeit. Dein schlaues Metier fängt ohne-dieß immer bei dem Fundament an, damit die Oberkardeele auch halte."
„Gottbehüte mich und alle sterblichen Sünder vor einem unzei-tigcn Ende!" schrie Homespun, den der Blick in die leere Luft, vonseiner schwindligen Höhe, mit einem Gefühl erfüllte, das wahr-scheinlich viel Aehnlichcs mit dem hatte, welches ein Lufschifferbei seiner ersten Fahrt haben mag, wenn er von oben heruntcrschaut.
„Laßt mir den Knhlgast da wieder hinab," riefFid wieder; „er störtalle vernünftige Unterhaltung durch sein Geschrei; dieser Schneiderhier hat über seine Kardeele das Verdammungsnrthcil gesprochen,drummag der Schiffszahlmcister eine neue Ausstaffirung für ihn bestellen."
Die wahre Ursache jedoch, daß er den Hangenden Gesellen fort-schaffen ließ, war ein Funken von Menschlichkeit, der noch in demrohen Gemüthe des Thecrs schimmerte, denn er wußte, daß seinGefangener nur auf Kosten körperlichen Wohlbehagens in derHangenden Stellung verbleiben konnte. Sobald sein Wunsch er-füllt war, wendete er sich zur Wiederanknüpfung des Gesprächsgegen den guten Schneider, eben so geruhig, als säßen sie Beideans dem Verdeck, und, ohne sich im Mindesten dadurch stören zulassen, daß über, neben und unter ihm, ein Dutzend Streiche vonderselben Art wie der eben geschilderte, ausgeführt wurden.