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8 (1853) Der rothe Freibeuter : ein Seegemälde
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Jetzt ist Besinnen zn spät," sagte Mistreß Wyllys;wirwerden gesehen, mag der Fremde Frennd oder Feind sein."

Wilder antwortete nicht, sondern fnhr fort, jede Gelegenheitzn benutzen, um die Bewegungen des Fremden zn beobachten. Imnächsten Augenblick sah er, wie die Spieren vom Winde abfiele»,und nach noch einigen Minuten, wie das Vordertheil des Schiffeseine veränderte Richtung, gerade ans sie zn, erhielt. Nun erschienenvier oder fünf breitere Segcltücher an verschiedene» Theilen deszusammengesetzten Baues, während das Fahrzeug dem Winde nachgab,als ob es sich noch tiefer unter seiner Gewalt beugte. Zuweilen,wenn es eine Woge bestieg, schien sein Kiel ganz und gar vomElemente entblößt, und hohe Wasscrstanbstrahlen schoßen ans, die,wie sie in der Luft zerstoben, von der Sonne erglänzten, oder dieSegel und das Tanwerk wie mit so vielen Brillianten bedeckten.

Ja wohl, jetzt ist cs zn spät," brummte unser Abenteurer,indem er das Steuer aufhiclt, und das Segel durch die Händelaufen ließ, so daß der Wind es fast bis zum Bersten anfnllte.

Nun flog das Boot, das sich so lange zwischen den Wogenhernmarbeitete, »m dem Festlandc so nahe als möglich zn bleiben,hinweg über die See, eine lange Spur von Schaum hinter sichlassend; und ehe noch die Damen ihre Fassung ganz wieder erlangthatten, schwamm cs schon in der verhältnißmäßigen Windstille, dieder dazwischen liegende Rumpf eines großen Fahrzeugs zn verur-sachen pflegt.

Auf dem Tanwerk stand eine leichte, behende Gestalt, einemHundert Matrosen die nöthigcn Befehle ertheilcnd; und unter derVerwirrung und Erschrockenheit, die eine solche Scene in einemweiblichen Busen anfznregcn geeignet ist, wurde» Gertraud undMistreß Wyllys nebst ihren beiden Begleitern wohlbehalten aufsVerdeck des Fremden gebracht. Sobald sie und ihre Sachen inSicherheit waren, überließ man die Barkasse, wie ein »nnntzesStuck Geräthe, dem Spiel der Wogen. Nun kletterten zwanzig