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8 (1853) Der rothe Freibeuter : ein Seegemälde
Entstehung
Seite
324
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Menschengestalt war cs, die, bis zur Hälfte über dem Wasser her-vorragend, herangcschmonnnen kam, mitten in einer überstürzendenWogenspitze, die den dunkeln Abhang windwärts mit Schaum be-deckte. Eine Sekunde lang stand die Gestalt, von deren einge-weichten Locken das Salzwasser hernntertriefte, aufrecht, wie einWesen ans der Tiefe, das gekommen war, um mit seinen scheuß-lichen'Zügen die Anschanenden wahnsinnig zu machen in dernächsten Sekunde trieb der leblose Körper des Ertrunkenen bei derBarkasse vorbei. Es dauerte keine Minute, so schwang sich dasBoot über eine Woge in ein zweites Thal, wo nichts mehr zusehen, und Alles vorüber war wie ein Traum.

Nicht blos Wilder, sondern auch Gertraud und Mistreß Wyllyshatten das gransenvolle Schauspiel nahe genug gesehen, um dasrauhe Gesicht Nightheads zu erkennen, durch den vom Tode zurück-gelassenen Eindruck nur noch rauher und abschreckender gemacht.Doch Niemand sprach, oder gab sonst sein Erkennen durch Zeichenzu verstehen; nicht Wilder, weil er hoffte, daß seine Gefährtinnenvon dem empörenden Wiedererkennen des Opfers verschont gebliebenwären; nicht die Franenzimmer, weil stein dem unglücklichen Schicksaldes Meuterers zu sehr ein Vorspiel ihres eigenen, obgleich mehrhinansgeschobenen Geschickes zu sehen glaubten, um fähig zu sein,dem tiefgefühlten Abscheu Worte zu geben. Eine Zeitlang warnichts zu vernehmen, als das Geseufze der Elemente, gleichsamdas heisere Requiem über die Opfer ihrer Kriegeswuth.

Die Pinasse hat sich gefüllt!" war Wilders Bemerkung, alser endlich an den blaffen Zügen und sprechenden Augen seinerGefährtinnen sehen konnte, daß längere Zurückhaltung ein ver-gebliches Beginnen wäre.Ihr Boot war zu gebrechlich, und bisan den Wasserrand überladen."

Glauben Sie, daß Alle verunglückt sind?" fragte Wyllysmit leiser, flüsternder Stimme.

Es ist keine Hoffnung stip irgend Einen! Freudig wollte ich