290
Commandeur; „der Sturm hat ihm die Arbeit erspart, das Unheilist geschehen!"
„Sollte aber das dort am Ende doch ein sterbliches Schiff sein,so ist es unsere Pflicht, gegen die Eigenthümer und gegen dieReisenden, es zu sprechen, wenn anders man sich in diesem Orkannoch vernehmlich machen kann," fuhr der zweite Gehilfe fort, in-dem er den Finger in den Nebel hinein ansstreckte, ans den mat-ten aber allerdings wirklich nahen Punkt hinzeigend.
„Es sprechen! — Reisende!" murrte Wilder, des Andern Worteunwillkürlich wiederholend. „Nein; lieber das Aergste, als essprechen. Könnt Ihr das Fahrzeug sehen, das so schnell ans unslostreibt?" fragte er rauh den achtsamen Seemann, der dasSteuerrad der Corolina noch immer nicht aufgegeben hatte.
„Ja wohl, Sir," war die kurze, matrosenmaßige Antwort.
„Dann umgeschwait mit dem Schiffe, streicht das Steuer ganzau Backbord — vielleicht segelt er in der Dunkelheit bei uns vor-bei, da wir mit dem Verdeck beinahe das Wasser berühren. Weitan's Bockbord gestrichen, sag' ich, Herr!"
Die nämliche lakonische Antwort wie zuvor erfolgte, und dasBristolcr Kauffahrteischiff strich einige Augenblicke lang ein wenigans der Linie, in welcher der Fremde hcrannahte; allein ein zwei-ter Blick versicherte Wilder von der Vergeblichkeit des Versuches.Das fremde Schiff (und ein jeglicher am Bord hatte die innereUeberzengung, daß es kein anderes war als das, welches mau solange am nord-westlichen Horizont schweben sah) fuhr, den Nebeldnrchschneidend, mit einer Geschwindigkeit heran, die der Blitzes-schnelle des Sturmwindes fast gleichkam. Nicht ein Faden Lein-wand war am Bord desselben zu sehen, dagegen war jede Spier-linie, hinauf bis zu den in's Kleine verschwindenden, und zartausschenden Oberbramstengen, an ihrem gehörigen Ort, kurz, dieSchönheit und das Ebenmaaß'des ganzen Baues war erhalten,aber an keiner Stange war auch nur die Spur von einem dem