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8 (1853) Der rothe Freibeuter : ein Seegemälde
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»Nicht einen Faden, Herr. Aber was liegt anch einem Fahr-zeug dieser Art daran, ob viel oder wenig Leinwand flattert, obder Wind Ost oder West steht?"

Hören Sie, Earing, der Wind hat zn viel von Süden insich; nnd dort der düstere Wolkenstreifen ans unserer Windseiteverkündet eine Wettergall. Lassen Sie das Schiff zwei Punkteoder etwas mehr vom Wind abfallen, nnd vermindern Sie denDruck an den Spieren durch das Anziehen der Lnvbrassen."

Der arglose Maat vernahm die Ordre mit einem Erstaunen,das er gar nicht zn verbergen sich bestrebte. Denn der erfahreneSeemann sah ohne Schwierigkeit, daß ans die Ausführung dieserOrdre nichts anders erfolgen könnte, als daß sie denselben Weg,den sie bereits hinter sich hatten, wieder znrückgingen, was alsowesentlich den Zweck der Fahrt anfgeben hieße. Er wagte cs daher,mit der Ausführung zu zögern, um Gegenvorstellungen zu machen.

Nehmen Sie es einem bejahrten Seemann, wie mir, nichtübel, Herr Kapitän, daß er sich über das Wetter ein Urtheil er-laubt. Wenn es der Vortheil des Eigcnthnmers verlangte, sohätte ich nichts dawider, umzukehren, denn ich mag nicht Land,ans das der Wind zn-, statt abtrcibt. Ich dächte aber, wir könn-ten wohl das Meer behalten, wenn wir die Segel nur ein weniganreffen; jeder Schritt von den Hatteras weg wäre schon baarerGewinn. Zudem kann sich ja der Wind zwischen heut und mor-gen nach Nordwest drehen."

Einige Punkte abgefallen, und die Lnvbrassen angeholt, sageich!" rief Wilder aufgebracht.

Längerer Verzug unter solchen Umständen war nicht des ehr-lichen Earing Sache; er hatte ein zn friedfertiges, unterwürfigesGemüth dazu. Daher förderte er die Ordres an die Subalterne»,welche zwar gehorchten, wie sich von selbst versteht, allein Night-head nnd noch einige Veteranen von der Schiffsmannschaft ließendoch über die unschlüssige und scheinbar unvernünftige Schwankung