Druckschrift 
8 (1853) Der rothe Freibeuter : ein Seegemälde
Entstehung
Seite
263
Einzelbild herunterladen
 

'263

offenen, geradezncn, glatten Engländer-Gesicht, was Einer mitder flachen Hand bedecken kann."

Der Jnnge sieht nicht übel ans," unterbrach der alte Matrose.

I, darin liegt ja eben die ganze Teufelei dieser Affaire oderAngelegenheit! Er sieht gut aus, zugegeben; aber es ist nichtdas gute Aussehen, welches einem Engländer znsagt. Er hatetwas Sprechendes an sich, das mir nicht gefallen will; dennmir gefällt niemals zu viel Sprechendes an Einem, weil manda nicht immer wissen kann und heransfindcn, was er eigentlichvorhat. Weiter, drittens, dieser Fremde nun weiß, Schiffpa-tronsrang hier am Bord zn erlangen, oder was das Nämlicheist, den Rang nächst zu dem Patron; während Der, welcher aufdem Verdeck sein sollte, in einer Stunde, wie der jetzigen, Be-fehle zn ertheilen, unten in seiner Hängematte liegt, unfähig, sichselbst »mzndrehen, geschweige das Schiff zn wenden; und dochweiß kein Mensch, wie cs eigentlich zugegangen."

Er handelte mit dem Kommissionär um die Stelle, und nicktwenig schien der schlaue Kaufmann sich zn freuen, daß er einenso schmucken Jungen zur Führung der Carolina gefunden hatte."

Ach, ein Kaufmann ist, wie alle klebrigen, nur aus Thongemacht; und, was noch schlimmer ist, ans einem Thon, der nichtmit Salzwaffer zersetzt ist. Hat schon mancher Handelsmann dieBrille von der Nase genommen, seine Bücher geschloffen und sichin's Fäustchen gelacht, weil er meinte, es sei ihm gelungen, sei-nen Nächsten zn übervortheilen, als er aber seine Bücher wiederanfmachte, ja, da fand sich's, daß er nur sich selbst übervortheilthatte. Herr Bale glaubte gewiß Wunder, was für einen ge-scheckten Streich er für die Eigenthümer ansfnhrte, als er diesenHerr Wilder so spottwohlfeil bekam; er hat wahrscheinlich nicht

gewußt, daß er das Schiff verkaufte an den_es geziemt einem

einfältigen Seemanne nicht, irgend Jemand, unter dessen Befehler nun einmal segelt, zn verachten; darum will ich ohne Noth