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Die Schiffsglocke hatte eben acht Uhr geschlagen, und derheisere, langanhaltende Rus, welcher die schläfrigen Matrosen anf'sVerdeck rief, erschallte, che die kleine Gesellschaft gewahrt hatte,daß die Zeit schon so vorgerückt sei.
„Es ist die mittlere Wache," sagte Wilder und lächelte überGertraud, wie sie bei dem unbekannten Ton zusammen schreckte undanfhorchend dasaß, einem furchtsamen Reh ähnlich, wenn der Schalldes Jägerhorns sein Ohr getroffen. „Wir Seeleute sind nichtimmer musikalisch, wie Sie hören können, meine Damen. Beialle Dem aber klangen die Töne des Rufenden Ihnen bei weitemnicht so nnmelodisch als gewissen Ohren ans diesem Schiffe."
„Sie meinen die Schlafenden?" sagte Mistreß Wyllys.
„Ich meine die Wache unten, die znm Dienst gerufen wird.Der Matrose des Fockmasts kennt in dieser Welt nichts Süßeresals den Schlaf, weil es eben der üngewisseste aller seiner Genüsseist. Der Commandenr hingegen kennt keinen Gefährten, der ver-rätherischcr wäre."
„Und warum ist dem Obern der Schlaf minder süß, als demgemeinen Matrosen?"
„Weil das Kiffen, worauf sein Haupt ruht, Verantwortlichkeitheißt."
„Sie sind sehr jung, Herr Wilder, für das Ihnen anvertranteKommando."
„Im Dienste zur See wird man früher alt, als sonst."
„So sollte man ihn lieber aufgeben!" — sagte Gertraud etwashastig.
„Anfgeben!" erwiedertc er, und blickte sie, einen Augenblickinne haltend, fest an. „Ich kann eben so leicht die Luft, dieich athme, anfgeben."
„Gehören Sie Ihrem jetzigen Stande schon so lange an?" nahmMistreß Wyllys das Gespräch wieder auf, indem sich ihr Auge, welche/bisher tief sinnend auf Gertraud geruht hatte, auf Wilder wendete.