237
Gebote standen, alle Erinnernngen an das Vergangene wcgzn-schencben. Mistreß Wyllys gab sich anch seinem nicht zn verken-nenden Bestreben, ihre Besorgnisse zn beschwichtigen, willig hin,nnd wer nicht wußte, was sich früher zwischen Beiden zngetragen,wurde den kleinen, um die Abendmahlzeit versammelten Kreis füreine Gruppe zufriedener Reisenden genommen haben, die, einandervollkommen verstehend nnd trauend, ihr Unternehmen unter denglücklichsten Vorbedeutungen beginnen.
Es war indessen ein Etwas in dem gedankenvollen Auge nndder nmwölkten Stirne der Gouvernante, wenn sie von Zeit znZeit den irren Blick ans nnsern Abenteurer richtete, was nichtsweniger als ein ruhiges Gemüth bezeichnete. Sie hörte seinemunteren nnd, wegen der vielen Seeausdrücke, eigenthümlichcnScherze mit einem zugleich nachsichtigen nnd traurigen Lächeln an,als riefe seine jugendliche Heiterkeit, die sich in einem besondersdrolligen, Seemännern eigenen Humor äußerte, wohlbekannte abertraurige Bilder ihr vor die Seele. In Gertrauds Vergnüge» warweniger bittere Mischung; ihr lachte die schöne Aussicht einer Hci-math, mit einem geliebten nnd liebenden Vater, und bei jedemneuen Ruck des Schiffes kam eS ihr vor, als sei nun wieder einevon den langweiligen Meilen, die sie so lange von ihrem Vatergetrennt hatten, glücklich besiegt.
Während dieser kurzen aber angenehmen Stunden erschien derAbenteurer, der ans eine so seltsame Weise den Berns zum Kom-mando des Bristvlers bekommen hatte, in einem neuen Lichte.War anch männliche Offenheit eines Matrosen der Hanptzng inseiner Unterhaltung, so war sie doch gemildert durch ein Zartge-fühl, welches ans eine höchst sorgfältige Erziehung schließen ließ.
Gar manchmal kämpfte Gertrauds schöner Mund vergebensgegen ein Lächeln an, welches, sich von den weichen Lippen flüch-tend, ans den Grübchen in ihren Wange» spielte, gleich einemLüftchen, das den Spiegel eines Silberbaches kräuselt; nnd ein-