212
Halt!... wieder »ach der Luvseite hi». Hinein in den Wind, bisin's Mark hinein!... in die Höhe mit den Segeln... leichte Segelin die Höhe! Das fremde Schiff hat uns ja ein Ankerseil gnerüber's Kielwasser geworfen! Wenn noch Gesetz in den Plantagenist, soll mir sein Kapitän dieses vor Gericbt verantworten."
„Was will der Mensch?" fragte Wilder, sich rasch auf eineKanone schwingend, um besser sehen zu können. Sein Gehilfezeigte nach der Leeseite des andern Schiffes, wo man nur zu deut-lich sehen konnte, wie ein langes Tan das Wasser peitschte, geradeals wenn man eben mit dem Ausspanne» desselben beschäftigt wäre.Die Wahrheit durchblitzte nun das Gcmüth unseres jungen See-manns. Der Pirat lag vor Anker mit einem heimlichen Springauf dem Kapel, wahrscheinlich um nöthigcnfalls die Geschützseitcseines Schiffes desto leichter nach der Batterie richten zu können,und nun bediente er sich dieses Springtaues, um dem Kauffahrtei-schiff die Leeseite abznschneiden. Die Offiziere ans der Carolinawaren nicht wenig über diese Vorkehrung befremdet, und stießennicht wenig Verwünschungen ans, obgleich Niemand außer demCvmmandenr nur im Entferntesten die eigentliche Ursache ahnenkonnte, warum der Wurfankcr so gelegt, und ein Spcrrtan so zurUnzeit quer über den Pfad gestreckt wurde. Einen gab es indessenans dem Schiff, der sich über den Umstand freute, und das warder Lvotse. Er hatte nämlich das Schiff in eine solche Lage ge-bracht, daß es eben so schwierig war, auf der einen wie ans derandern Seite vorwärts zn segeln; und cs fehlte ihm nun nichtan einem hinlänglichen Grund zur Rechtfertigung, wenn bei demhöchst mißlichen und nunmehr unvermeidlich gewordenen Manöverein Unfall sich ereignen sollte.
„Das ist eine außerordentliche Frechheit am Eingang einesHafens," brummte Wilder vor sich hin, als er sich durch den Augen-schein von der Wirklichkeit überzeugt hatte. „Ihr müßt das Schiffbei der Windseite vorbeiführcn, Lootse; es bleibt nichts Anderes übrig."