Druckschrift 
8 (1853) Der rothe Freibeuter : ein Seegemälde
Entstehung
Seite
177
Einzelbild herunterladen
 

177

Ah! Nu» bi» ich darauf gekommen. Die Eigner der Caro-lina haben sich gegen Euch nicht so artig betragen, wie sie gesollt,und deßhalb erhalten sie nun auch Euren Dank."

Dies; märe freilich eine Wiedervcrgeltnng in Enrem Sinneund nach Euren Grundsätzen," sagte Wilder sehr ernst.Mit denmeinen ist sie nicht übereinstimmend. Ans dem ganzen Schiff kenn'ich keine Seele."

Hm! So bleibt mir nichts weiter übrig, als der Gedanke,daß Ihr mit dem Schiff im äußern Hafen in Verbindung stehenmüßt. Nun, nun, wenn Ihr auch Eure Feinde nicht haßt, soliebt Ihr doch Eure Freunde. Das ist doppelt christlich. Wirmüssen folglich ans Mittel bedacht sein, die Ladie's in das Schiffhinein zu manövrircn."

Gott bewahre!"

Gott bewahre, sagt Ihr? Freund Harris, jetzt kommt mir'sbeinahe vor, alS ob Ihr die Pardunen Eures Gewissens etwas zusteif anzieht. Obschon ich mit Euch, in dem, was Ihr von derRoyal Carolina gesagt, weder übereinstimme, noch übereinstimmenkann, so ist doch wohl unter uns kein Meinungs-Unterschied in Be-treff jenes Schiffes. Ich halte es für einen vollständigen Banvon dem schönste» Ebenmaaß in allen Thcilen, kurz für ein Fahr-zeug, welches ein König mit voller Sicherheit besteigen könnte."

Ich bin nicht in Abrede, aber.... ich liebe es nicht."

Nicht? nn» das höre ich gern; und da die Rede eben ansdiesen Gegenstand fällt, so mnß ich Euch sagen, Master Harris,daß ich noch über dieses Schiff ein paar Worte zu verlieren habe. Ich bin ein alter Seehund, dem etwas Außerordentliches inunserem Fache nicht so leicht entgeht. Sagt mir, findet Ihr nicht,daß cs sich nicht mit einer ehrlichen Gewerbs- und Handelsweiseverträgt, sich wie jenes Schiff vor Anker zu legen, außerhalb desForts, in einer so schläfrigen, nnthätigen Lage, wie eine unbeweg-liche Masse, zumal da es ihr bei alle Dem anznsehen ist, daß sieDer rothe Seeräuber. 12