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8 (1853) Der rothe Freibeuter : ein Seegemälde
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Desideria, welche in der Form Rechtens von ihrem Tagediebnichts zn fordern, nnd in anderer Hinsicht nichts von ihm zn er-warten hatte, war stehen geblieben, nnd fnhr fort, sich bei demFremden nach ihm zn erknndigen. Ja, es bleibt ungewiß, ob dieschöne Anssicht der Freiheit, als Folge nnd in der Gestalt einerförmlichen Ehescheidung, sich nicht vielleicht ihrem lebhaften Geistevorspiegelte; ob ihre Phantasie nicht noch einen Schritt weiterging, und ihr den Honigmonat einer zweiten Ehe mit ganz an-dern Farben ansmalte, als die Erinnerung an die vorherige ihnihr vor Augen brachte. Genug, sie ließ von ihrer ersten Heftig-keit bedeutend nach, überließ sich dem Etwas in ihrem Innern,was den ersten Aufruhr ihres Gemnths beschwichtigte, und konntenun in die Folge ihrer Erkundigungen mehr Ordnung, mehr Deut-lichkeit und Kaltblütigkeit legen.

Hatte der Mann einen Diebcsblick?" fragte sie, ohne denAbgang Derer bemerkt zn haben, die sich so schnell hintereinan-der fortgeschliche» hatten, nnd noch eben in ihren gerechten Schmerzso sympathetisch einstimmten.Sah er aus wie eine Schlange,wie eine Blindschleiche?"

Was sein Kopfstück betrifft," sagte der Alte,so würdet Ihrzn viel von mir verlangen, wenn ich Euch eine genaue Beschrei-bung davon machen sollte; doch beim Lichte betrachtet, sah erziemlich so ans, wie Einer, der eine geraume Zeit in den Spei-qaten gelegen. Soll ich Euch meine wahre Meinung sagen? Erkam mir vor, als trüge er schwer an einer gute» Ladung. . .

Von Mnssiggang, wollt Ihr sagen. Ja, ja, Mnssiggang istaller Laster Anfang. Der Mann ist ganzer acht Tage fast ohneArbeit gewesen; das hat er sich zu Gemnth gezogen, nnd weiter nichts Besseres zn thnn und zn denken hatte, so ist er davon-gegangen. So ist's ... Er trug schwer.. .."

An seinem Weibe," unterbrach sie der Alte mit pathetischemNachdruck. Hier entstand ein zweites Gelachter, weit mehr und