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8 (1853) Der rothe Freibeuter : ein Seegemälde
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Euch eben geschenkt habe, so bald zn verrathen? Unsere Bekannt-schaft ist blutjung, und ich bin vielleicht zn rasch in meinen Er-öffnungen gegen Euch gewesen."

Ich mnß an's Land," wiederholte Wilder mit Nachdruck,wäre es auch nur, um zn erproben, daß Ihr mir trauet, undich nicht Euer Gefangener bin "

Darin liegt entweder eine sehr edle Gesinnung oder ein tief an-gelegter Bubenstreich," erwiederte der Rover nach einer Minute ernstenNachsinnens.Ich will hoffen, das erste. Gebt mir also die Ver-sicherung, daß, währendJhrEnchinNewport anfhalten werdet, keineSeele durch Euch den wahren Charakter dieses Schiffs erfahren soll."

Mit einem Eid!" unterbrach ihn Wilder mit Feuer.

Ans dieses Kreuz," fuhr der Rover mit sarkastischem Lachenfort,ans dieses mit Brillanten besetzte Kreuz?... Nein, Sir,"setzte er mit stolz aufgeworfener Lippe hinzu, das Kreuz verächtlichwieder ans die Seite legend,Eide sind für Diejenigen, welchedes Zwanges der Gesetze bedürfen, um ihr gegebenes Versprechenzu halten; ich brauche nichts weiter, als das klare, unzweideutigeWort eines Ehrenmannes."

Nun dann, klar und unzweideutig erkläre ich hiermit, daß,so lange ich noch in Newport verweile, ich wider Euer» Willen,oder ohne Enern Befehl, Niemanden den Charakter dieses Schiffsentdecken will. Ja noch mehr. . . ."

Nichts weiter. Es ist der Klugheit gemäß, mit Euren Bethen-rungen wirthschaftlich umzngehcn, und nicht mehr zn versprechen,als was gefordert wird. Es mag vielleicht eine Zeit kommen, woes Euch helfen kann, ohne mir zn schaden, daß Ihr nicht durch

Euer Wort gefesselt seid_ In einer Stunde sollt Ihr an's

Land gehen; die Zwischenzeit braucht Ihr dazu, Euch mit de»Bedingungen Eurer Anstellung bekannt zu machen, und meine

Schiffsliste mit Eurem Namen zn beehren_Roderich!" rief er,

indem er wieder an die Gong schlug,Roderich, komm herauf!'?