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8 (1853) Der rothe Freibeuter : ein Seegemälde
Entstehung
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Hand, und schien sich der Gegenwart eines Zweiten ganz unbe-wußt. Das Schweigen würde leicht noch viel länger gedauerthaben, wäre es nicht durch die Erscheinung eines Dritten unter-brochen worden. Plötzlich aber hob sich durch die Luke eine lange,lange, gerade, steife Figur empor, zu vergleichen mit den Geisternans der Bühne, die ans einer Fattthür Hervorkommen. Die Ge-stalt war erst halb sichtbar, als sie im Steigen inne hielt und sichschulgerecht und rapportirend gegen den Kapitän kehrte.

Ich erwarte Ordre," ließ sich eine murmelnde Stimme anskaum bewegten Lippen vernehmen.

Wilder stutzte über das unerwartete Wesen, dem es in derThat an nichts fehlte, was dieses Erstaunen hervvrbringen undrechtfertigen konnte. Das Gesicht war das eines Mannes inden Fünfzigen, und von der Zeit mehr abgehärtet, als abgenützt.Die Farbe war ein überall gleichmäßig vertheiltes Roth, mit Aus-nahme einer ansdruckvollen, markirten Schmarre auf jedem Backen,den Krümmungen der Rebe nicht unähnlich, und die hier als Com-mentar zu dem bekannten Sprichworte dienen konnte:GuterWein bedarf keines Aushängeschilds." Die Scheitel war kahl;über den Ohren hing ein Büschel grau werdenden Haars, starkpomadirt, und in steife, militärische Locken ausgehend. Den lan-gen, dünnen Hals umgab eine schwarzseidene Krause; Arme,Schultern und Brust verriethen einen starken Körperbau. DasGanze stak in einem Ueberrock, welcher, obschon er das Ansehenhaben wollte, nach der Mode zu sein, nicht übel einem Dominoglich. Kaum hatte sich die Stimme vernehmen lassen, als der Ka-pitän anffnhr, den Kopf in die Höhe hob, und rief:

Ha! General, seid Ihr auf Eurem Posten? Habt Ihr Landgefunden?"

»Ja."

Und die Stelle? Und den Mann?"

Beide."