ein Fenster, zeigte Wildern das Schiff im äußern Hafen, und fragteihn kurz und abgebrochen:
„Hat bei Euch aller Antheil, den Ihr an jenem Schiff nahmt,aufgehört?"
„Gerade das Gegentheil; cs ist just ein Fahrzeug, wie es einSeemanns-Auge am liebsten betrachtet."
„Wollt Ihr versuchen, es zu besteigen?"
„In dieser Stunde des Tages? Allein? Ich kenne weder denKapitän, noch die Mannschaft."
„Es braucht ja nicht eben diese Stunde zu sein, und einSchiffer ist bei seinen Kameraden immer willkommen."
„Nicht doch; die Sklavenschiffe haben's gewöhnlich nicht gern,daß man sie besucht; sie sind bewaffnet, und wissen, wie man dieFremden zurückweiset."
„Gibt es nicht, in der Maurerei Eures Gewerbes, Losungs-worte, woran ein Bruder den andern erkennt? Worte z. B. wie,die Wellen mit dem Hackebord zertheilen* oder dergleichen Kunst-Phrasen, wie wir so eben gehört haben?"
Hier warf Wilder einen festen Blick auf den Andern, als ersich so befragt sah, und schien seine Antwort lange abzuwägen.
«Wozu diese Fragen?" sagte er endlich kühl.
«Wie ich glaube, daß ein blödes Herz keine Schöne gewinnt,so glaube ich auch, daß ein unschlüssiges kein Schiff erobert. Ihrwünscht, sagt Ihr, eine Anstellung; und so viel ist gewiß, wäreich Admiral, ich machte Euch zum Flaggenkapitän. Wenn wirAnderen in den Assisen ein Dokument nachsuchen, so haben wirunsere Weise, den Wunsch zu erkennen zu geben. Vielleicht geheich aber mit einem Fremden, wie Ihr mir seid, auf's Gerathe-wohl zu weit. Nur vergeht nicht, daß der Rath, wenn er auch voneinem Rechtskundigen kommt, Euch uncntgeldlich gegeben wird."
„Und kann ich mich, aus diesem Grunde, um so mehr daraufverlassen, daß er gut sei?"