53
erbaut worden sein, obschon es weit wahrscheinlicher ist, daß er zueinem andern als einem kriegerischen Gebrauch gedient habe. Dieseskleine Gebäude, mit seiner sonderbaren Gestalt, seinem verfallenenZustand und Baumaterial, ist auf einmal, fünfzig Jahre und darüberseit der Periode, von welcher es sich hier handelt, ein Gegenstandder Untersuchungen einer sehr gelehrten Klaffe von Männern —der amerikanischen Alterthnmsforscher — geworden. Es darf unsnicht Wunder nehmen, daß eine Ruine, die man einer so ehren-vollen Aufmerksamkeit gewürdigt hat, die Veranlassung zu lebhaf-ten und tiefen literarischen Erörterungen geworden ist. Währenddie Ritter in den schönen Künsten und in den Alterthümern desLandes um jene einsallenden Mauern so manche tapfere Lanzebrachen, sahen die minder gelehrten oder eifrigen Umstehendenden Streitenden mit eben dem Grade von Ver- und Bewunderungzu, welche sie zu erkennen gegeben hätten, wären sie Zuschauerund Zeugen des Kampfes des berühmten Ritters von Manch«mit Windmühlen anderer Art gewesen, eines Kampfes, welchenuns der unsterbliche Cervantes so sinnreich beschrieben hat.
Als der grüne Mann den Ort erreicht hatte, gab er seinemStiefel mit der Reitgerte einen kräftigen Schlag, um die Auf-merksamkeit des vertieften Seemanns auf sich zu ziehen, und be-merkte dann mit freiem, leichten Wesen.
„Wie malerisch liegt diese Ruine? wie schön würde sie imProspekt lassen, wenn man sie, mit Ephen bewachsen, durch eineWaldöffnnng erblickte? Doch ich muß um Verzeihung bitten;Herren von Ihrem Gewerbe haben mit Wäldern und verwittertenSteinen wenig zu thun. Dort (mit dem Finger auf die hohenMasten des Schiffes im äußern Hafen zeigend) dort ist der Thurm,den Sie lieben; ein Wrack ist Ihre Ruine!"
„Sie scheinen, Sir," antwortete Jener kalt, „mit unseremGeschmack vertrant."
„So ist es aus Instinkt; denn gewiß, ich habe bis jetzt wenig