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scheidnngszeichen civilisirter Gemeinwesen beinahe gänzlich weg-fielen, und alle Klaffen einander erstaunlich nahe geruckt wurd'en:hievon machten blos die niedersten und, in seltene» Fällen, nur solcheIndividuen eine Ausnahme, welche sich — vielleicht noch unterstütztdurch den Zufall der Geburt oder die Vortheile der Erziehung, —durch ungewöhnlichen Reichthnm über ihre Nachbarn erhoben.
DicRcsnltate eines solchen Gesellschaftsznstandes lassen sich leichtverfolgen. Gewohnheit war an die Stelle von Grundsätzen getreten,und ein Volk, das sich gewöhnt hatte, sogar solche Fragen, welchein den Bereich der Familie gehörten, entweder dem Urtheil der Kircheoder dem der öffentlichen Meinung unterworfen zu sehen — das vonden gewöhnlichen Scheidnngslinicn im geselligen Verkehr wenig oder-gar nichts wußte — ein solches Volk konnte sich den Gebräuchenanderer Lebensvcrhältnisse nicht ohne besondere Abneigung, ohnedas hartnäckigste Widerstreben unterwerfen. Dem Bewohner Nen-Englands galt nnna l776 großer Reichthnm für das Höchste —eine Vorliebe, durch welche er ja auch noch heutzutage bekanntist: dagegen widerstritt es allen seinen Gewohnheiten und Vvrnr-theilen, der Stellung in der Gesellschaft an sich irgend Werth bei-znlegen. Ausgeschlossen von dem Umgang mit der damals so ge-nannten großen Welt in den Provinzen, wußte er deren Manierenund Ansichten nicht zu schätzen, und affcktirtc — wie dies; bei Pro-vinzialen in der Regel geschieht — eine Verachtung alles Dessen,was er weder in der Theorie, noch in der Praxis begriffen hatte.Dadurch wurde er gegen jede Anerkennung verschiedener Rang-klassen eingenommen, und führte ihn je einmal der Zufall in diebenachbarte Provinz, so machte er sich sogleich dadurch bemerkbar,daß er die Gebräuche, die er dort antraf, verspottete und sie mitganz besonderer Selbstgenügsamkeit — manchmal freilich nichtganz mit Unrecht, weit öfter aber mit der ganzen Unwissenheitund engherzigen Bigotterie einer Landpomeranze — mit denen sei-ner Heimath in Parallele zog.