Tieft Stille felgte diesem natürlichen Ausbruche des Gefühls;dann nahm der junge Mann Abschied von Mntcer und Schwestern.Mrs. Willonghby küßte ihr Kind; sie weinte nicht, bis sie ansihrem Zimmer war; dann aber sank sie ans ihr Knie, und ihreGebete, ihre Thränen folgten reichlich. Benlah, offen und herzlichwie sie immer war, verbarg die Thränen nicht, als sie ihrenBruder umarmte; Mand aber empfing seinen Kuß bleich undzitternd, ohne ihn zu erwiedern; doch konnte sie sich l icht ent-halten, dem jungen Manne noch die bedeutungsvollen T orte zn-znflüstern, welche er den ganzen Tag — ja manchen sagendenTag hindurch im Gedächtnisse behielt:
„Schone dich und sehe dich nicht nnnöthigen Gefahren ans;Gott segne dich, mein lieber, thenrer Bob!"
Mand allein folgte den Bewegungen der Herren mit ihrenBlicken. Die eigemhümliche Bauart des Blockhauses gestattete ansden südlichen Fenstern keine Aussicht in's Freie; dafür aber befandsich eine Schießscharte in einer kleinen Malerstnbe des ober» Srockes,welche eigens für sie cingeränmt war. Dorthin flog sie jetzt, um ihrHerz, das beinahe zu brechen drohte, durch Thränen zu erleichternund die Gestalt des scheidenden Robert noch länger zu verfolgen.
Sie sah ihn mit dem Vater und dem Kaplan gemächlich überden Rasen hinschlendern, indem er sich in verstellter Gleichgültig-keit mit seinen Begleitern zu unterhalten schien, um seine beab-sichtigte Abreise vor den Leuten geheim zu halten. Das Fensterder Schießscharte stand offen, um frische Luft einznlassen, undMand bot ihren ganzen Gehörsinn auf, um wo möglich noch ein-mal den Klang seiner Stimme zu erhaschen. Umsonst — nichtswar zu unterscheiden, obwohl er stehen blieb und noch einmalnach dem Herrenhanse znrückschante, wie wenn er der Heimathden letzten Scheideblick znwerfen wollte. Der Vater und Mr.Woods drehten dem Hause gerade den Rücken zu; Mand streckteihr Händchen durch die Oeffnnng und winkte mit dem Taschentnche.