Druckschrift 
5 (1853) Der Lootse : ein Seegemälde
Entstehung
Seite
549
Einzelbild herunterladen
 

549

Worte, welche sie auf ewig an die Männer fesselten, deren Ge-walt über ihre Herzen sie ans diese Weife vor der Welt aner-kannten; aber im gegenwärtigen Augenblicke oerschwand alle Zu-rückhaltung mädchenhafter Schüchternheit vor dem erhebendenEindrücke der Scene, welche durch die Anwesenheit eines Ster-benden noch besonders geheiligt wurde.

Als der Segen gesprochen war, lehnte Cäeilie das Haupt aufdie Schulter ihres Gemahls und weinte bitterlich; dann nahmsie nach einer kleinen Panse ihren Platz am Sterbelager wiederein und kniete abermals an der Seite ihres Oheims. Katharinaempfing, scheinbar unempsindlich, den warmen Kuß Barnstable's,und kehrte wieder zu ihrer früheren Stelle zurück.

Obrist Howard hatte sich völlig erhoben, um die Handlungmit anznschen; jedes Gebet hatte er mit einem inbrünstigen .Amen'beantwortet. Bei de» letzten Worten sank er zurück; ein Blickder Freude glänzte ans seinen blassen, gealterten Zügen, und be-wies, welch' innigen Antheil er an der ganzen Scene genommen.

Ich danke euch, meine Kinder, murmelte er endlich,ichdank' euch, denn ich fühle wohl, welch' großes Opfer ihr meinenWünschen gebracht habt. Alle Papiere, ihr Herren, die auf dasVermögen meiner Mündeln Bezug haben, werdet ihr in den Händenmeines Londoner Bangniers richtig vorfinden, und dort, Eduard,wird dir auch mein letzter Wille eingehändigt werden, woraus duersehen wirst, daß ich dir in der Person meiner theucrn Cäciliekeine dürftige Braut in die Arme geführt habe. Was meineMündel» in Gestalt und edler Sitte geworden, das können eureeigenen Angen bezeugen, und die Londoner Urkunden werden euch,hoff' ich, gleichermaßen beweisen, daß ich mit ihrem Vermögennicht als ein treuloser Verwalter gewirthschaftet habe!"

Sprechen Sie nicht davon, Sir nein, sagen Sie kein Wortdarüber, es würde mir das Herz brechen," rief Katharina mitlautem Schluchzen, so sehr peinigte sie das bittere Bewußtsein, daß