Beigedreht mit dem Steuer! Fahrt zu oder der Teufel sott euchholeu!"
Die ungewöhnliche Heftigkeit ihres greisen Kommandantenwirkte gleich einer Stimme aus der Tiefe auf die betroffene Menge,und ohne erst die gewöhnlichen Signale des Bootsmanns oderder Trommel abznwarten, verließen sie eilends ihre Kanonen, undstürzten lärmend herbei, um, wie befohlen, die Fregatte in ihreSegel zu kleidein — Eine Minute vcr wildesten Verwirrung, welcheeinem unerfahrenen Auge die völlige Vernichtung aller und jederOrdnung prophezeit haben wurde, so ganz schien jede Hand, jedeZunge in rastloser, ungeregelter Bewegung — und ans der ge-stimmten Mastenlinic entfalteten sich die ungeheuren Massen desleichteren Segelwerks, weit über die gewöhnliche Ausdehnung anbeiden Borde» des Schiffs hinansragend und die Gewässer rings-um auf eine große Strecke beschattend. Während des ersten Au-genblicks der Unthätigkeit, der diesem flinken Manöver folgte, bliesder Wind, welcher den Dreidecker herbcigeführt hatte, mit frische-rem Zuge in die Segel der Fregatte, und sie entfernte sich mit einerGeschwindigkeit von ihrem gefährlichen Gegner, welche den überwie-genden Vortheil des Schnellersegelns unbedingt auf ihrer Seite ließ.
„Der Nebel steigt!" rief Griffith; „laßt uns den Wind nurnoch eine Stunde und wir entrinnen ihren Kanonen!"
„Diese Neunziger fliegen dem Winde voraus," erwieverte derKapitän mit leiser Stimme, so daß nnr sein erster Lieutenant undder Lootse ihn hören konnten; „wir werden sicher noch zum Kampfekommen."
„Er sieht schon, daß mir ihm die Fersen zeigen!" antwortete derLootse, der mit raschem Blick den Bewegungen des Feindes folgte;„schon macht er sich fertig, und wir dürfen von Glück sagen, wennwir seiner vollen Lage entrinnen. Laßt sie ein wenig gieren, Mr.Griffith, beugt sie mit dem Ruder nnr leicht auf die Seite; wennwir seine volle Ladung bekommen, so sind wir verloren."