483
„Immer und ewig wieder dieses nämliche Wort — Heimath!"rief der Lootse, der jetzt endlich Alicens schüchterne Versuche undihre geheime Absicht begriff. „Ist denn der Mann ein Stück Hol;oder ein Stein, der gerade da in's Feuer geworfen oder einge-manert werden muß, wo das Schicksal ihn das Licht der Weltzu erblicken verdammte? Der Name — Heimath — soll, wie mansagt, das Herz des Engländers mit Stolz erfüllen, wo er sichauch befinden mag; doch fast möchte es scheinen, als ob er ansenglische Frauen noch einen mächtigeren Reiz ansübe!"
„Er ist für das Weib der thenerste unter allen Rainen, John,denn er umfaßt ja auch das thenerste aller Bande! Wenn eureFrauen in Amerika seinen Reiz nicht kennen, dann wird all' derSegen, den Gott über ihr Land ansgegoffen, dennoch nur wenigzu ihrem Glücke beitragen."
„Alice," sprach der Lootse, in tiefer Bewegung sich erhebend,„ich sehe nnr zu gut, was du mit deinen Anspielungen beabsich-tigst. Du wählst dir aber einen Gegenstand, worüber wir unsniemals vereinigen werden; den» selbst dein mächtiger Einflußkann mich nicht von dem Pfade des Ruhmes znrückbringen, denich nun einmal betreten habe. Die Zeit drängt, Alice, drum laßuns jetzt von andern Dingen sprechen — es ist dieß vielleicht dasletzte Mal, daß ich meinen Fuß ans englischen Boden gesetzt habe."
Alice schwieg; die letzte Bemerkung ihres Freundes hatte denheftigen Kampf in ihrem Innern auf's Nene angeregt, und erstnachdem sie ihre Schwäche gewaltsam überwunden, war sie imStande, das Gespräch wieder anfznnchme».
„Und nun, John," begann sie von Neuem, streng den Planverfolgend, der ihr als thenre Pflicht vor Augen schwebte, „nun,da du gelandet, ist etwa das Aufheben einer friedlichen Familieund die Gcwaltthätigkcit, die du gegen einen betagten Manngeübt — ist dieß eine würdige Heldenthat für einen Mann, derden Ruhm für sein höchstes Ziel erklärt hat?"
3k-