wirklich aufrichtig liebte, fand für geeignet, seine Bemerkungenans Höflichkeit gegen sie auf eine andere Zeit zu verschieben.Katharina sprang mit kindischem Eifer von ihrem Stuhle ans undflog zu ihrer Cousine hin, welche eben einem Diener, der die An-kunft eines jener hauslrendcn Krämer gemeldet hatte, welche indiesen entlegenen Gegenden des Landes die Stelle regelmäßigerKauflente vertraten — den Befehl gegeben hatte, den fraglichenBurschen in den Speisesaal zn führen. Das Gastmahl war bereitsso weit vorgerückt, daß man diese Unterbrechung nur wenig an-stößig finden konnte, dieß »m so mehr, als Alle wohl fühlten,daß Cäcilie nur die gestörte Eintracht dadurch wieder herznstellcnbeabsichtigte — .und so wurde der Junge ohne weiteren Verzugin das Zimmer geführt.
Der Inhalt seines Körbchens bestand größtentheils ans Essenzenund jenen niedlichen Sächelchen, wie sie ans den Toilettentischeiner Dame gehöre», und wurde von Katharinen unter munterenScherzen ans dem Tische ansgebreitet. Letztere hatte sich sogleichals Beschützerin des wandernden Jünglings erklärt, und richteteunter Scherzen und Lachen eine Aufforderung an die Freigebigkeitder Herren zn Gunsten ihres Schützlings.
„Sie bemerken doch, mein thenrer Vormund, daß der Knabevon Grund aus loyal sein muß, denn hier bietet er uns ja eineEssenz, die von nicht weniger als zwei königlichen Herzogen pa-tentisirt ist; erlauben Sie, daß ich Ihnen eine Büchse zn Ihremeigenen Gebrauche znrückstelle: nicht wahr, Sie willigen ein, icklese es in Ihren Angen? — Ei, Kapitän Borrvnghcliffe, da Sieden Gebrauch Ihrer eigene» Sprache zn vergessen scheinen, solassen Sie sich hier ein ABC-Buch anempfchlcn! Was der Kleinesich trefflich vorgesehen hat! Bestimmt, mein Kind, hast du esgleich damals, als du diesen Vorrath einsammeltest, auf unsereAbtei abgesehen gehabt?"
»Ja, mein Fräulein," antwortete der Knabe mit einer Ver-