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5 (1853) Der Lootse : ein Seegemälde
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von dem Wrack hinweg, dann aber kam ihm ein Strom entgegen,den er trotz der verzweifeltsten Anstrengung nicht zn überwältigenvermochte. Er war ein gewandter, kräftiger Schwimmer, n»d derKampf war hart nnd anhaltend. Unmittelbar vor seinen Angen,nnr eine kleine Strecke von ihm entfernt, lag die Küste, »nd wieei» falsches Trugbild spornte ihn dieser Anblick zur Fortsetzungseiner Anstrengungen, die ihn gleichwohl nicht einen Schritt vor-wärts brachten.

Der alte Seemann, der Anfangs seine Bewegungen mit kalterGleichgültigkeit betrachtet hatte, erkannte mit einem Blicke dieGefahr seiner Lage; ohne seines eigenen Schicksals zn gedenken,rief er mit lauter, donnernder Stimme, die selbst über daskämpfende Opfer weg bis zu den Ohren seiner Schiffskameradcnam Ufer hinüberdrang.

Schwimme seitwärts, mach' dich ans der Strömung! wendedich nach Süden!"

Dillon hörte den Ruf; aber sein Geist war zn sehr vonSchrecken überwältigt, um noch den Sinn der Worte fassen znkönnen; dennoch gehorchte er blindlings dem Rufe nnd ändertenach nnd nach seine Richtung, bis er den Kopf abermals demSchiffe znwandte. Die Strömung führte ihn in schiefer Linie gegendie Felsen, und so gerieth er wieder in einen Strudel, wo er nichtsals die Wellen zn bekämpfen hatte, deren Heftigkeit durch dasentgegenstehende Wrack bedeutend gebrochen wurde. Noch immersetzte er seinen Kampf fort, doch seine Kraft war schon zu sehrgeschwächt, um den Widerstand des Elements bezwingen zn können.

Tom sah sich nach einem Taue um; aber alle waren mit denSpieren dahingegangcn oder von den Wogen weggeschwemmt wor-den. In diesem Augenblicke grausamer Täuschung begegnete seinAuge dem Blicke des verzweifelnde» Dillon. So sehr auch dergreise Seemann an Schrecknisse jeder Art gewöhnt war, dießmalmußte er doch unwillkürlich die Hand vor's Gesicht halten, um