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„Nein," unterbrach sie ihr Geliebter heftig, „che Sie glauben,das; ich auch nur den leisesten Vorwurf beabsichtigen, oder einenprahlerischen Gedanken in mir nähren konnte, eher mögen Siemich, als Ihrer Liebe unwürdig, auf ewig oon sich stoßen!"
„Von beiden Beschuldigungen spreche ich Sie vollkommen frei,und zwar weit leichter, als ich dies; bei meiner eigenen Schwächeund Thorheit thnn kann," fuhr Cäcilie fort; „doch seit wir unsznm letzten Male gesehen, hat sich gar mancherlei ereignet, wasmich vor einer Wiederholung jenes raschen, unbesonnenen Schritteswarnen muß. Erstens," fuhr sie mit süßem Lächeln fort, „bin ichum zwölf Monate Zeit und um hundert an Erfahrung reicher ge-worden. Ein weiterer und vielleicht noch wichtigerer Grund istder: mein Oheim lebte damals unter seinen Jugendfreunden, undvon nahen und entfernten Blutsverwandten umgeben; hier ist erfremd, und findet er auch einigen Trost in dem Gcdaliken, das; ereinen Sitz bewohnt, wo vor ihm schon seine Ahnen gehaust haben,so wandelt er doch als Fremdling durch diese düsteren Hallen,und müßte wahrlich in der bloßen Ehre einen elenden Ersatz fürdie freundliche Anhänglichkeit eines Wesens finden, das er vonKindheit an geliebt und auf den Händen getragen hat."
„Und dennoch widersetzt er sich Ihren heiligsten Wünschen,Cäcilie: so wenigstens lehrt meine bethörte Eitelkeit mich glau-ben, was, wenn es falsch wäre, mich zur Verzweiflung bringenmüßte; auch in Ihren politischen Ansichten sind Sie eben so weitvon den seinigen entfernt. Wie kann denn nun, frage ich, einesolche Verbindung, in der nicht ein einziges gemeinsames GefühlBeide zugleich beseelt, zu Ihrem Glücke beitragen?"
„Und doch ist ein solches Gefühl, und zwar ein allvermögen-des, bei uns vorhanden," entgegnete Cäcilie — „das unsererLiebe. Er ist mein gütiger, zärtlich geliebter, und wenn nichtandere schlimme Ursachen dazwischen treten, mein nachsichtigerOheim und Vormund — und ich bin seines Bruders Harry Tochter.