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„Nein, nein, ich habe nichts gesagt, was Ihr gegenwärtigesVorhaben mißbilligen sollte. Hat Gott wirklich das Leben Dererin enre Hand gegeben, denen ihr in Liebe nnd Ehrerbietung er-gebe» seid, wie das Weib einem Manne anznl,äugen bestimmtist, so hat Er es sicher nicht umsonst gethan. — So fuhren Sieuns denn nach den Gemächern, Katharina, damit wir uns wenig-stens unserer Zweifel entledigen."
Das eifrige Mädchen wartete keine zweite Aufforderung ab, son-dern führte sie leisen nnd raschen Schritts bis an das Ende des Kor-ridors, von da ans einer engen Treppe in das untere Erdgeschoß, wosie ein schmales Pförtchen sorgfältig öffnete nnd mit einem Mal in'sFreie heraustrat. Sie standen nun ans einem kleinen Rasenplatz, derzwischen dem Gebäude nnd dem Ziergarten lag) rasch durch diesenhindurch ging's mit verhüllten Lampen ans ein weitläufiges Neben-gebäude zu, das sie endlich, zitternd unter de» Windstößen, diemit voller Wnth vom Occa» her über sie hercinbrachen, erreich-te». Dieser Hintere Flügel schien sich in seiner rohen, einfachenBauart vor den übrigen Prachtgcbänden verstecken zu wollen,nnd durch eine massive Thüre, die vielleicht absichtlich halb offenstand, gelangten sie ohne Verzug in diesen abgelegenen Nebenban.
„Chloe har meine Befehle pünktlich vollzogen," flüsterte Ka-tharina, während sic ans der kalten Nachtluft in das Gebäudeeingetreten, „nnd schlafen nun vollends die Diener alle, so wirdunsere Hoffnung, wieder unbemerkt zu entkommen, zur Gewißheit."
Ihr Weg führte sic nunmehr durch das Bedicntenzimmer, desseneinziger Bewohner, ein alter Schwarzer, nur zwei Fuß von derKlingel entfernt saß, sich aber in dieser Srellnng einem tiefenSchlafe hingegeben hatte. Glücklich und unbemerkt huschten siedurch die Halle, nnd gelangten in verschiedene lange, labyrinthischeGänge, welche übrigens Katharinen eben so bekannt schienen, als sieihren Freundinnen fremd waren, bis sie an eine zweite Treppen-flncht gelangten nnd diese Hinanstiegen. Sie waren nun den Ge-