Noch während sie sprach, schlupfte die leichte Gestalt zumZimmer hinaus, huschte durch die matt erleuchteten Korridors,und verschwand in einem jener Scitengänge, die zu den geheimenGemächern der Abtei führten.
Dreizehntes Kapitel.
„In holden Träumen sollt' ich Mick versenken.
Mich ganz in Lieb' verlieren. Lucia?"
Addisons Cato.
Der Leser darf nicht glauben, daß während der oben erzähl-ten Vorfälle die Zeit gänzlich still gestanden. Die drei Seeleutewaren unterdessen in eben so viel verschiedenen Gemächern nnterge-bracht und eine Schildwache in dem z» denselben führenden Gange soausgestellt worden, daß sie alle zu gleicher Zeit übersehen konnte.
Obwohl die Nacht unterdessen sehr weit vorgerückt war, sohörte doch Kapitän Borronghcliffe mit vielem Vergnügen die neueEinladung des Obristen, der unter weitschweifigen Entschuldigun-gen wegen der heutigen Aendernng in ihrer Abendunterhaltnngden Gast zu einem frischen Angriff ans seinen Madeira anffor-dertc. Dies; war für den Kapitän ein viel zu beliebtes Thema,als daß er kurz darüber hätte Weggehen sollen, und schon hattedie Glocke der Abtei die zwölfte Stunde der Nacht verkündet,als sie sich endlich trennten.
Mr. Dillon war unterdessen unsichtbar geworden. Als sichder Wirth nach ihm erkundigte, berichtete einer der Diener: „er
glaube, Mr. Dillon sei nach-geritten, um gleich mit der
Morgendämmerung am nächsten Tage zu einer Jagdpartie zustoßen."
Während die Herren sich ans diese Art im Speisesaale unter-hielten, und über gar manche Geschichten ans früheren Zeiten und