122
wird ei» Krieger eine» solchen ablehnen," antwortete der Kapitän,der durch das Gespräch immer wärmer wurde. „Gott segne sieAlle! so spreche auch ich; wenn unsere gnädige Königin so ruhm-reich endet, wie sic begonnen, so werden wir eine Familie vonPrinzen in nnscrn Reihen zählen, wie keine andere Armee Euro-pas sich deren rühmen kann."
»Ja, ja, dieser Gedanke gewährt noch einigen Trost mittenunter dieser abscheulichen Rebellion meiner Landsleute. Dochwas quäle ich mich noeli länger mit solchen unerfreulichen Erin-nerungen; die Waffen meines Königs werden ja auch bald diesesgottlose Land von seinem bösen Krebsschaden reinigen."
„Daran ist gar nicht zu zweifeln," erwiederte Borronghcliffe,dessen Gedanken immer noch von dem funkelnden Madeira, derlange unter Karolina's Sonne ansgekocht worden, etwas umnebeltwaren. Die Jankee's fliehen vor unseres Königs Truppen ge-rade wie ein Hansen lumpigen Gesindels in London, wenn diereitende Garde sich zu einem Angriffe anschickt."
„Verzeiht, Kapitän Borronghcliffe," antwortete sein Wirth,und richtete sich noch aufrechter als gewöhnlich in seinem Stuhleempor; „sic mögen verleitet, irregeführt und verrathen sein, jeden-falls aber ist diese Vergleichung unpassend. Gebt ihnen Waffenund Kriegszncht; und wer dann nur einen Zollbreit von ihremgesegneten Lande zu erobern trachtet, der wird den Tag blutigfinden, an dem er solches unternimmt."
„Potz Wetter, in einem Lande, wo der Wein zu einem sol-chen herzerquickenden Labetrank gebraut wird, da mnsi ja wahr-haftig die feigste Memme in der Christenheit zu fechten bereitsein," cntgegnete ruhig der Soldat. „Ich selbst bin ein lebendi-ger Beweis dafür, das; Ihr meine Meinung mißverstanden; dennhätten nicht jene vogelfreien Jäger aus Vermont und Hampshire(Gott gebe ihnen seinen Segen für die Thati> zwei Drittel meinerKompagnie znsammengeschossen, so wäre ich heute wohl nicht unter