19
drüben ist die Fregatte. Ist's denn möglich, ist dicß wirklichKatharina Plowden?"
Seine Zweifel, wenn er noch welche hegte, waren bald ge-hoben, denn der Fremdling sank ans die nebenstehende Bank ineiner Stellung nieder, worin weibliche Verschämtheit höchst lieb-lich gegen die angenommene Tracht abstach, und machte seinerFröhlichkeit in einem herzlichen, unwiderstehlichen Lachen Luft.
Bon diesem Augenblicke an schien der Seemann alle Gedankenan seine Pflicht, an den Lootsen, selbst an den Ariel vergessen zuhaben: er sprang zu dem lustigen Geschöpfe hin und stimmte,ohne eigentlich zu wissen, warum, in ihre Fröhlichkeit ein.
Nachdem sich das hochergötzte Mädchen wieder einigermaßengesammelt, wandte sie sich an ihren Gefährten, der sich ganzgutmnthig neben sie gesetzt hatte und sich's gerne gefallen ließ,daß er so herzlich ausgelacht wurde.
„Halt, halt,« sprach sie, „ich glaube fast, dicß heißt nicht nurthöricht, sondern selbst grausam gegen Andere gehandelt. Ich bindir eine Erklärung über mein unerwartetes Erscheinen, vielleichtauch über meinen ungewöhnlichen Anzug schuldig."
„Ich ahne znm Voraus, was du sagen willst," rief Barn-stable. „Du hörtest, daß wir an der Küste seien, und bist hcr-bcigeeilt, um jene Gelübde, die du mir einst in Amerika geleistet,hier zu erfüllen. Ich frage nicht weiter: der Kaplan auf derFregatte — —"
„Mag wie gewöhnlich predigen, und mit so wenigem Erfolgwie immer," unterbrach ihn das verkleidete Mädchen. „Abernimmermehr soll der Ehesegen über mich ausgesprochen werden,bevor nicht der Zweck meines gewagten Unternehmens erreicht ist!— Du bist doch gewöhnlich nicht selbstsüchtig, Barnstable; könn-test du nun wollen, daß ich das Glück von Anderen ans denAugen verliere?"
„Von wem sprichst du nur?"
2 *