wird kaum wagen, eine so furchtbare Streitmacht, wie die unsere,anzugreifen."
„Du hast recht, Knabe," antwortete Barnstable, und ließ diePistole wieder los, die er schon gefaßt hatte. „Er nähert sichvorsichtig, wie wenn er sich fürchtete; schau, 's ist ei» kleinerBursche in schlechter Kleidung; seine Jacke ist zwar kaum erbs-farben zu nennen, aber dennoch kann es vielleicht unser Man»sein. Bleibt ihr Beide einstweilen hier; ich will einmal gehenund ihn anrnfen."
Während Barnstable rasch auf die Hecke zuging, welche denFremden theilweisc noch verbarg, blieb der Letztere plötzlich stehen,und schien mit sich im Zweifel zu sein, ob er vor- oder rückwärtsgehen sollte. Ehe er sich noch für eines von Beiden entschiedenhatte, stand der rasche Seemann plötzlich auf wenige Schrittevor ihm.
„Wollt Ihr mir nicht sagen, Sir," fing Barnstable an, „wel-ches Wasser wir in dieser Bai haben?"
Die schmächtige Gestalt des Fremden schrak bei dieser Frageheftig zusammen, und unwillkürlich trat er bei Seite, wie wenner sein Gesicht verbergen wollte.
„Ich sollte meinen, es sei Wasser ans dem germanischenOcean," antwortete, kaum hörbar, eine zarte Stimme.
„Wahrhaftig! Ihr müßt in der That keinen kleinen TheilEures kurzen Lebens auf das Studium der Geographie verwendethaben, da Ihr so wohl unterrichtet seid," rief der erstaunteLieutenant. „Vielleicht, Sire, ist Eure Gelehrsamkeit auch imStande, mir zu sagen, wie lange wir beisammen bleibe» werden,denn ich habe gute Lust, Euch zum Gefangenen zu machen, ummich noch länger an Eurem Witz erfreuen zu können."
Auf diese beunruhigende Anrede gab der jugendliche Fremdekeine Antwort, sonder» wandte sein Gesicht ab und bedeckte esmit beiden Händen. Der aufgebrachte Seemann glaubte jetzt, erDer Lvotse. 2