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30 (1854) Der Bienenjäger, oder die Eichen-Lichtungen : Roman
Entstehung
Seite
537
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schaute er wieder auf das junge Weib und sagte mit der Einfalteines Kindes:

Nicht wissen, wie das thun sollen, Blüthe. Hören zuweilenbeten den Medizin-Priester der Blaßgesichter, arm Indianer abernicht wissen, wie er sprechen sollen zu großer Geist. Ihr sprechenzu großer Geist für ihm. Er kennen Euer Stimm, und öffnenOhr Euerm Wort, er aber Peter nicht hören wollen, weil er solang hassen sein Feind. Vielleicht er donnern, wenn er Peter spre-chen hören."

Darin irrt Ihr Euch, Peter. Das Ohr Gottes ist EuermGebete stets geöffnet, wenn Ihr es aufrichtig zu ihm sendet, undich weiß, daß Euer Gebet jetzt ausrichtig ist. Wenn ich Euch aberden Sinn dessen, was ich im Begriffe bin zu sagen, erklärt habe,will ich gern mit Euch und für Euch beten. Es ist am besten, Ihrbeginnt damit, sobald Ihr könnt."

Margaret trug Peter nun langsam das Gebet des Herrn vor.Sie theilte ihm die Geschichte dieses Gebetes mit, und erklärte ihmden Sinn mehrerer Worte, welche ihm sonst unverständlich gewesenwären, obgleich es sich ergab, daß er mit großer Leichtigkeit auf-faßte und einen neuen Gedanken, ein neues Bild an das ihm Be-kannte anknüpftc.

Nachdem sie ihm den Sinn eines jeden Wortes deutlich gemachthatte, forderte sie ihn aus, mit ihr niederzukniecn, und zum erstenMal in seinem Leben erhob dieser Mann der Lichtungen und Prai-rien seine Stimme im Gebet zu dem einigen Gott. Peter hatteallerdings früher oft zu seinem Manitou um Vergünstigungen ge-beten, diese Bitten waren aber stets weltlicher Art, und das Wesen,zu welchem er sich gewendet hatte, war mit ganz andern Eigen-schaften ausgestattet, als die, welche, wie er jetzt zu begreifen an-fing , dem Herrn des Himmels und der Erde angehörten.

Auch war der Geist, in welchem diese Gebete ausgesprochenwurden, ein verschiedener. Wir wollen damit nicht andeuten, der