hilflos wie Kinder, mit ihm sind wir stark wie Riesen. Ich wan-dere mich gar nicht, daß der gute Missionär im Stande war, inseiner Todesstunde für seine Feinde zu beten. Gott gab ihm dieKraft, dicß zu thun."
Margaret redete, wie sie fühlte, ernst und eindringlich. IhreWange erglühte von der Innigkeit ihrer Gefühle, und Peter blicktesie mit einer Art Ehrfurcht und Erstaunen an. Die Schönheit die-ses reizenden, jungen Weibes war eher lieblich als glänzend, unddie Gewalt, welche sie übte, lag in dem Ausdrucke, dem Spiegeleiner edeln Seele. Die gesteigerte Röthe erhöhte diesen Reiz, undwenn, wie cs jetzt der Fall war, das Auge die Farbe der Wangenzurückstrahlte, hätte man in älteren Ländern tagelang reisen können,ohne einen ähnlichen Zauber wieder zu finden.
So sehr Peter sic jedoch bewunderte, war er jetzt in einerStimmung, in welcher ihre Schönheit nur eine untergeordnete Er-scheinung für ihn war. Seine Seele war von der ungescheuen,aber allgegenwärtigen Gewalt des heiligen Geistes ergriffen, unddie Sprache, die Begeisterung des jungen Weibes trug vieldazu bei, die Gefühle, welchen er sich hingegeben, lebendiger zuentflammen.
„Nie wissen, Indianer das thun," sagte Peter in ruhigem,nachdcnkcndcm Tone, „nein, nie wissen, Indianer so thun. Im-mer fluchen und hassen sein Feind, und am meisten, wenn er daran,sein Scalp zu verlieren. Dann Gefühl am heißesten. Dann müssenhaben Tomahawk gegen Feind. Dann am meisten fühlen, daß erhassen sein Feind.
„Aber nicht so bei Medizin-Priester. Beten für Indianer, bit-ten großen Geist, ihm alles Gutes zu thun, was er können, gradwie Indianer zuschlagen wollen. Wundervoll — wundervoll —sehr wundervoll das in mein Aug.
„Blüthe, Ihr kennen Peter. Er Euer Vater. Er nehmenEuch und machen Euch sein Tochter. Sein Herz sanft für Euch,