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30 (1854) Der Bienenjäger, oder die Eichen-Lichtungen : Roman
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wußte, nicht gelingen möchte, einige verharrschte Wunden aufzu-reißen und aus diese Weise seinen Tod zu beschleunigen.

Es wurde daher beschlossen, ohne weiteres Zögern mit derjungen Baummarter" zu beginnen.

Demzufolge wurde der Korporal weggeführt und zwischen diezwei jungen Bäume gestellt, welche durch Weidcnbande an denWipfeln miteinander verbunden waren. Ein Arm des Gefangenenwurde mit dem Handgelenke fest an den Gipfel jedes Baumes ge-schnürt, so daß seine Glieder die beiden jungen Bäume allein zu-sammenhielten, sobald man die Weidenbande löste.

Die Indianer vollbrachten ihr Geschäft jetzt schweigend, undfür den Korporal nahm die Sache einen viel zu ernsten Verlaus,als daß er zu ferneren Neußerungen geneigt gewesen wäre. Derkalte Schweiß kam wieder, und der alte Kriegsmann warf manchenunruhigen Blick auf die wilden Vorbereitungen.

Demnngeachtct wahrte er den Schein heidenmäßiger Ruhe, undals Alles bereit war, konnte nicht einer in der Schaar sich rühmen,eine Spur von dem Todeskampfc gesehen zu haben, welcher dieBrust des Opfers durchwühlte. Er fürchtete nicht sowohl den Todals die Qual. Er wußte wohl, daß in wenigen Minuten derSchmerz unerträglich werden würde, während er keine Aussichthatte, seinem Leben ein rasches Ziel gesetzt zu sehen. Stundenlangkonnte er dieser Marter prcisgegcben sein, ohne die Seele zu ver-hauchen.

Jetzt lebten die Lehren der Kindheit wieder in dem Herzendieses vielgeprüften Mannes ans, und er erinnerte sich des Wesens,welches für ihn wie für das ganze Menschengeschlecht an demKreuzcsbaume gestorben war. Diese scheinbare Aehnlichkeit mitseiner eigenen Todesart ergriff seine Phantasie, und rief ihm leben-dig jene Lehren in das Gedächtniß, welche in der Sündhaftigkeitund den Lastern des Lagerlebens viel von ihrem Einflüsse verlorenhatten. Seine Seele kämpfte, um sich diesem Pfade wieder zuzu-

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