355
Beifall und Bewunderung, denn es schien ihnen, als stehe der Me-dizin-Mann im Begriffe, Honig aus Honig zu machen. Dann warihnen das Glas ein Gegenstand großer Uebcrraschnng, denn dieHälfte der Anwesenden hatte nie ein Ding dieser Art gesehen. EinTheil der versammelten Häuptlinge hatte die nordwestlichen „Gar-nisonen", sowohl die englischen, wie die amerikanischen, besucht, an-dere nicht, und von denen, welche dort gewesen waren, hatte nichtEiner unter Zehn einen klaren Begriff von den gewöhnlichsten Ge-räthschaften des gesitteten Lebens. So kam es denn auch, daß fastjeder Gegenstand, dessen sich der Bienenjäger bediente, so einfachund alltäglich er auch sein mochte, für sie ein Gegenstand geheimer,aber sorgfältig unterdrückter Bewunderung war.
Nach kurzer Zeit war der Biencnjägcr bereit, sich nach seinenBienen nmzuschancn. Die Insekten summten in großer Mengeum die Blumen, besonders um den weißen Klee, welcher in Amerikaheimisch ist und überall von selbst wächst, wo das Gras Nahrungfindet.
Die große Anzahl der arbeitsamen Thierchen hatte jedoch diegewöhnliche Folge, daß unser Held ein wenig wählerisch wnrde.Endlich deckte er das Glas über eine schöne, fast halb gesättigtekleine Biene und nahm sie gefangen. Dies; geschah in so unmittel-barer Nähe der Indianer, daß ihnen nicht das Geringste entgehenkonnte. Es war wunderbar! es war unerklärlich! Konnten dieBlaßgesichter die Bienen zwingen, ihnen das Geheimniß zu ent-hüllen, wo ihr Stock geborgen, und hatte diese zudringliche Rassedie Absicht, alle diese Insekten ans den Wäldern zu verscheuchenund ihren Honig zu nehmen, wie sie die Indianer vor sich her triebund ihre Ländereien in Besitz nahm?
Gedanken ähnlicher Art beschäftigten an diesem Morgen denKopf mehr als eines Häuptlings, alla aber schauten in tiefemSchweigen dem Thun des jungen Weißen zu.
Als die gefangene Biene über die Wabe gebracht worden war
S3«