Die Wölfe waren über dieses unerwartete Zusammentreffenebenso erstaunt, wie die Indianer. Es war keine Meute ausge-hungerter, blutgieriger Thiere, welche die Verzweiflung zu demfurchtbarsten Angriffe führen konnte, sondern sie jagten, wie Gentle-men, zu ihrem Vergnügen. Ihre ungestüme Eile wurde wenigerdurch die Menschenmenge, als durch den Anblick des Feuers ge-hemmt. In ihrer wilden Hast hätte sie sich vielleicht vor der drei-fachen Anzahl nicht gefürchtet, kein wildes Thier geht aber gerndem Feuer entgegen.
Einige der Häuptlinge, welche diese Lichtscheue gewahrten, er-griffen Brände, stürzten sich sorglos inmitten der Meute, und ver-jagten die Thiere nach allen Richtungen.
Einer der Wölfe brach mitten durch den Kreis, warf sich indas jenseitige Dickicht und lief unglücklicherweise, er selbst mußtedafür büßen, an den gefallenen Baum hinan, auf welchem derBiencnjäger und der Korporal Platz genommen hatten. Dieß warzu viel für Stock's Erziehung, sowie für seine Philosophie. Alsdieses edle Thier einen anerkannten Feind aus sich zustürzeu sah,trat er ihm auf einem kleinen, freien Raum mit offenem Nachenentgegen, und ein wilder Kamps, der einige Augenblicke dauerte,war die Folge.
Hunde und Wölfe bekämpfen sich bekanntlich nicht schweigend,und laut war bei dieser Gelegenheit das Geheul und Gebell. Ver-gebens bemühte sich le Bourdon, seine Dogge wegzureißeu, dasThier war auf dem besten Wege zum Siege, und da ist cs stetsschwer, die Schritte des Kämpfenden aufzuhaltcn.
Wie zu erwarten war, eilten Einige der Häuptlinge der Stellezu, wo dieser Höllenlärm laut geworden, und auf diese Weise wurdeihnen die Anwesenheit der zwei ungeladenen Zuschauer zuerst be-kannt. Im nächsten Augenblicke lag der Wolf todt zu den Füßender Dogge, und beide Thcile schauten, gleich überrascht und gleichverlegen wegen des zunächst zu thuenden Schrittes, einander an.