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30 (1854) Der Bienenjäger, oder die Eichen-Lichtungen : Roman
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drang und von ihren zwölf Stämmen nicht weniger als zehn ge-fangen wegführte, die auf fremde Jagdgründe versetzt wurden.

Dieß begab sich vor viel tausend Monden, und Niemand kannmit Gewißheit sagen, was aus jenen Gefangenen geworden ist,welche die Christen dieverlorenen Stämme Israels" zu nennenpflegen."

Hier machte der Missionär eine Pause, um seine Gedanken zuordnen, und ein leises Murmeln ward in dem Kreise gehört, alsdie Häuptlinge in lebhafter Thcilnahme mit einander über das,was sie eben vernommen hatten, verkehrten. Die Pause war jedochkurz, und der Redner fuhr ohne die geringste Unterbrechung vonSeiten einer Zuhörerschaft, welche in der Selbstbeherrschung so ge-übt war, wieder fort:

Meine Kinder, ich werde die Geschichte der Geburt Christi,der Erlösung der Welt und der zwei Stämme, welche in demLande verblieben, in das Gott sein Volk gesetzt hatte, hier unbe-rührt lassen, denn diese Gegenstände gehören in den Kreis meinesgewöhnlichen Berufsunterrichts. Meine Absicht ist jetzt, nur voneuch selbst zu sprechen, von dem rothcn Mann Amerikas, seinemwahrscheinlichen Ursprung und seiner Bestimmung, und von einergroßen Entdeckung, welche über diesen anziehenden Gegenstand inder Geschichte des guten Buches gemacht worden ist.

Weiß Einer der Anwesenden Etwas von den zehn verlornenStämmen, deren ich erwähnt habe?"

Die Augen der Indianer begegneten sich und die gespanntesteErwartung malte sich auf den Gesichtern dieser wilden Krieger.Endlich erhob sich Krähenfeder, um zu antworten.

Mein Bruder hat uns eine Ueberlieferung mitgetheilt," sagteder Pottawattamie.Es ist eine gute Ueberlieferung. Die rothenMänner hören solche Ueberlieferungen gern. Es ist wunderbar, daßp viele Stämme zu gleicher Zeit sich verloren haben, und daßNiemand weiß, wohin sie gekommen sind. Mein Bruder fragt uns,