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30 (1854) Der Bienenjäger, oder die Eichen-Lichtungen : Roman
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Es ist Euch vielleicht entgangen, Margaret, daß die Juden,selbst in gesitteten Ländern, nicht denselben Tag wie die Christenfeiern," erwiedcrte der Missionär.Sie halten ihren Gottesdienstam Samstag, wie wir am Sonntage thun. Nun kam cs mir inder That vor, als hätte ich Peter gestern heimlich beten sehen,während wir Alle bei dem Fort beschäftigt waren. Ihr habt viel-leicht bemerkt, wie gedankenvoll und stumm der Häuptling in denNachmittagstunden gewesen."

Ich habe es bemerkt," sagte der Bienenjäger,muß abergestehen, daß es mir nicht schien, als ob seine Gedanken in irgendeiner Weise Gott zngekehrt gewesen wären. Es waren geradeAugenblicke, wo das Benehmen und Verhalten des Indianers miram wenigsten gefallen."

Man weiß das nicht, man weiß das nicht, vielleichtkämpfte sein Geist mit den Versuchungen des Bösen. Mir schiener in Andacht versunken zu sein, und ich betrachte dieß als einenBeweis, daß die Rothhäute den jüdischen Sabbath feiern."

Ich wußte nicht, daß die Juden einen andern Tag feiern alswir, sonst wär' ich wohl aus denselben Gedanken gekommen. Ichhabe jedoch meines Wissens nie einen Juden gesehen, und IhrMargaret?"

Nicht daß ich wüßte!" antwortete das Mädchen.

Beide mochten ganz recht haben. Vor fünfunddreißig Jahrenwaren die Amerikaner vorzugsweise nicht nur eine christliche, son-dern eine protestantische Nation. Es mochte Juden in denStädten geben, allein es waren ihrer so wenige, und sie mischtensich der Art mit der übrigen Bevölkerung, daß man sie kaum alseine eigene Sekte beachtete.

Was die Römisch-Katholischen betrifft, so hatten auch sie ihreKirchen und Diöcesen, aber welcher Amerikaner, wenn er nicht aufReisen gewesen, hatte je eine Nonne gesehen? Die Mönche hat derHimmel bis jetzt fern von uns gehalten, und wir sagen dieß, ohne