leerte ihres Bruders Canoe und ruderte auf den Fluß hinaus, umsich nach dem Abwesenden umzuseheu. Wie cs sich von selbst ver-steht, — ein echt amerikanisches Mädchen in dieser Beziehung, unddoch ganz weiblich und ohne den entferntesten Anschein von rauhenSitten, — verstand Margaret es vortrefflich, ein Rinde-Canoe zulenken. Ihre Lebensweise hatte sie in den letzten Jahren mit die-ser einfachen Kunst bekannt gemacht und da es sich hier wenigervon Kraft als von Geschicklichkeit handelte, konnte sie ihr Boot anjeden beliebigen Ort rudern. Die Feuer dienten ihr als Landmar-ken, und Margaret war eine ferne Zuschauerin von des Bicnenjä-gers Zauberkünsten und seiner Flucht gewesen.
Sobald sie ihn das Canoe betreten sah, bemühte sie sich, inseine Nähe zu kommen, und während sie unvorsichtig an dem äuße-ren Saume des Reises entlang ruderte, um eine Durchfahrt zusuchen, wurde ihr Boot von zwei Schwimmern sestgcnommcn. So-bald sich diese vergewissert hatten, daß sic eine „Squaw" gefangengenommen, bemühten sie sich nicht, in das Canoe zu kommen, —ein sehr schwieriges Thun, wenn cs von Rinde gebaut und nicht ge-laden ist, — sondern führten cs sozusagen im Schlepptau dem Uferzu, indem sie mit der einen Hand schwammen und mit der andernam Bug festhicltcn.
„Ich werde diese Eure Güte nie vergessen, Margaret," sagtele Bourdon mit Wärme, als das Mädchen ihre einfache Erzählunggeendigt hatte, — eine Erzählung, welche man kaum kunstloserund natürlicher hätte vortragcn können. — „Kein Mann kann einso großmüthiges Wagniß von Seiten eines jungen Mädchens umseinetwillen vergessen."
„Ich hoffe, Ihr findet nichts Unrechtes dabei, Bourdon, cswürde mir leid thun, wenn Ihr Schlimmes von mir dächtet."
„Schlimmes, thcure Margaret? — doch still davon!— Wirwollen aus dem Bereiche der Indianer und in Sicherheit zu kom-men suchen, dann werde ich Euch ehrlich sagen, was ich von der