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Leben eines Menschen zn retten, wir' es anch das eines Wilden,und werde Euch nicht von diesem Unternehmen abzuwenden suchen,wagt aber nicht mehr, als unerläßlich ist, und verlaßt Euch darauf,daß ich mit der Laterne verfahren werde, wie ihr mir cs gesagthabt."
Diese jungen Leute kannten sich erst seit wenigen Stunden,und doch fühlten Beide jenes Vertrauen, welches in dem Gedrängeder Welt gewöhnlich erst Jahre zu erzeugen im Stande sind. DerGrund der Sympathie, welcher Herz an Herz fesselt, welcher Freund-schaft, Liebe und leidenschaftliche Anhänglichkeit gebiert, ist nichtAllen einleuchtend, die vielleicht davon sprechen. Er ist noch eintiefes Geheimniß unseres Wesens, das den Forschungen der Philo-sophen und Naturkundigen bisher entgangen ist, und welches derSchöpfer uns auch vielleicht nicht eher durchschauen lassen will, biswir, früher oder später, das große Ziel erreicht haben, das demMenschengeschlechte Vorbehalten ist, wo die Fülle der Erkenntnißuns aufgeht, und wir unser Wesen und dessen Bestimmung besserdurchschauen, als dieß uns in den Tagen unserer Blindheit ver-gönnt ist. Während uns aber die Ursachen so vieler Dinge unbe-kannt bleiben, kennen und fühlen wir ihre Wirkungen. Zu die-sen Geheimnissen unserer Natur gehört auch jene plötzliche, innigeSympathie, welche den Mann zu dem Manne, das Weib zu demWeibe hinzieht und Vertrauen und Freundschaft erzeugt, und welchezwischen den beiden Geschlechtern jene leidenschaftliche Anhänglich-keit hcrvorruft, die ans unser ganzes künftiges Leben mehr oderweniger Einfluß hat. Der große Zeichner der menschlichen Naturhat in keinem der vielen wundervollen Gemälde, welche er von demMenschen entworfen, eine tiefere Kenntniß seines Vorwurfs an denTag gelegt, als in jenem, welches die plötzliche und fast unbezwing-liche Liebe zwischen Romeo und Julie schildert, — eine Liebe,welche der Vernunft, der Sitte, dem Vorurtheile und der Familien-Feindschaft Trotz bietet. Wir wollen nicht behaupten, eine solche