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30 (1854) Der Bienenjäger, oder die Eichen-Lichtungen : Roman
Entstehung
Seite
79
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Das klingt tröstlich!" rief der pflichtvergessene Gatte undBruder mit einem Seufzer, welcher eine schwer belastete Brust zuerleichtern schien.Ja, das klingt tröstlich! Wenn ein Feuer dortbrennt, fehlen wahrscheinlich auch die nicht, welche es sonst anzu-machen Pflegten, überdiest deutet ein Feuer in dieser Jahreszeit an,daß etwas dort zu essen ist. Es würde mir leid sein, Bourdon,wenn ich denken müßte, ich hätte das Frauenvolk ohne Nahrung ge-lassen, obgleich ich mich, die Wahrheit zu sagen, nicht erinnere, obich es gethan habe oder nicht."

Die Trinker haben gewöhnlich ein sehr schlechtes Gedächtniß,Gershom."

Das ist wahr, ja, ich gebe das zu und wollte, es wärenicht so wahr, als es ist, aber Vernunft und Feuerwasser reisen nichtweit miteinander"

Gershom schwieg plötzlich und ließ sein Ruder sinken, wie Je-mand, den eine tödtliche Schwäche überfallen hat. Der Bienen-jäger sah, daß ihn etwas Unerwartetes bewältigt hatte und daßder Grund, welcher Art er auch sein mochte, seine Gefühle imhöchsten Grade aufgeregt haben mußte. Le Bourdon schaute sicheifrig nach einer Erklärung um, und sah ein Weib auf einer Land-spitze von der aus man den Fluß und die Ufer auf eine weiteStrecke hin überblickte stehen, und augenfällig des Herankom-mens des Canoes harren.

Dort ist sie," sagte Gershom in gedämpftem Tone,das istDorchen, und ich schwöre daraus, dort stand sie die Hälfte der Zeitmeiner Abwesenheit und wartete, um den ersten Blick meines unse-ligen Selbsts zu erhaschen, wenn es zu ihr zurückkehrte. So sinddie Frauen, Bourdon, und Gott möge es mir verzeihen, wenn ichje ihre Natur vergessen habe, während ich verpflichtet war, derselbenzu gedenken. Aber wir haben Alle unsere schwachen Augenblickeund ich hoffe, die meinigen werden mir nicht strenger angerechnetwerden, als es bei Andern der Fall ist."