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30 (1854) Der Bienenjäger, oder die Eichen-Lichtungen : Roman
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Vielleicht habt Ihr Recht, Waring. Es sterben mehr vomWhiskey, als von ihm leben."

Diese Bemerkung, welche so ganz natürlich kam und so ruhiglaut wurde, machte auf Whiskey Herz einen tiefen Eindruck. Erblickte seinen Gefährten eine volle Minute ernst an, ehe er dasGespräch wieder aufzunchmen suchte.

Blüthe hat mir oft dasselbe gesagt," erwiederte er endlichlangsam,und selbst Dorchen hat mir etwas dieser Art prophe-zeiht."

Dem Bienenjäger war der Eindruck nicht entgangen, welchenseine Worte aus Gcrshom gemacht hatten, und er hielt es für ge-rathen, den bereits laut gewordenen Vorwurf wirken zu lassen, ohnedessen Kraft noch steigern zu wollen. Waring saß, den Kopf aufseine Brust gebeugt, in tiefen Gedanken, und sein Gefährte faßtejetzt zum ersten Male, seit fie zusammengekommcn, die Züge unddas Aussehen des Mannes näher in das Auge.

Beim ersten Anblick hatte Whiskey Herz freilich wenig An-ziehendes, eine genauere Erforschung seiner Züge ließ jedoch dieUeberrcste eines ungemein schönen Mannes gewahren. SeineSprache war roh und abstoßend, wie auch sein Gesicht es durch dieLeidenschaft geworden, der er sich ergeben hatte, aber die Spureneiner besseren Zeit waren noch nicht verwischt. Seine Gesichtsfarbewar einst fast weiblich zart, seine Wangen von dem Rothe der Ge-sundheit gefärbt, und sein blaues Auge glänzend und vielversprechendgewesen, sein Haar war hell, Eigenthümlichkeitcn, welche sämmt-lich auf den sächsischen Ursprung deuteten. In den physischen Um-rissen und Linien dieses Mannes, welcher sich selbst fast aufgeriebcn,war mehr das Amerikanisch-Sächsische, als das Angelsächsische vor-herrschend. Das Schwerfällige der Gesichtszüge, das Massenhafteder Glieder und das Unbehilfliche in den Bewegungen war, ohneZweifel unter dem Einflüsse des Klima's, längst aus seiner Rasseverschwunden, und seine Nase war hervortretend und von hübschem