68
Strömung ist natürlich nicht überall gleich, denn man trifft Strecken,wo man die friedlichen Wellen kaum fortgleitcn sieht, während sichan anderen wieder Stromschnellen und selbst Fälle finden. ImGanzen aber, und namentlich in dem Theile des Flusses, den dasCanoe jetzt entlang gleitete, störte nichts das durch leiche Ruder-schlägc fortgctriebcnc Boot.
Der Bienenjäger verließ sein Shanty nicht ohne Leidwesen.Luft, Schatten, Wasser, Nascngrün und Lanbbäume, so wie dieMöglichkeit, Honig zu sammeln, waren bei der Wahl der Lage derHütte zu Rathe gezogen worden. In seinem regelmäßigen Berufewar er ungewöhnlich glücklich gewesen, und der kleine Hansen Fäß-chcn in der Mitte des Canoes gab für ihn gewiß einen angenehmenAnblick ab. Ueberdicß hatte er gefunden, daß der in diesem Som-mer gesammelte Honig einen ungewöhnlich köstlichen Geschmackhatte, und einen hohen Preis, so wie raschen Absatz hoffen ließ.
Dennoch verließ der Bienenjägcr den Platz mit Leidwesen. Erliebte seinen Beruf, er liebte die Einsamkeit vielleicht nur zu sehr,und er liebte die gelinde Aufregung, welche natürlich im Gefolgeseines Berufes war.
Unter allen Beschäftigungen, welche mehr oder weniger von denWechselfällen der Jagd abhängen, bietet die des Bicncnjägers denruhigsten, friedlichsten Genuß. Er hat alle jene Erregungen, welcheZweifel und Ungewißheit zu begleiten pflegen, ohne die störendenBeigaben der Unruhe und Ermüdung, und während die Bewegungseiner Gesundheit zuträglich ist und den Genuß der freien Luft zu-läßt, spannt sie selten seine Kraft ab, oder wird zu angreifend.Dann hat die Beobachtung des kleinen Thicrcs, welches er imAuge behalten und, wenn man will, berauben muß, einen großenReiz für die, welche gern in die wunderbaren Geheimnisse der Naturblicken.
So groß war das Interesse, welches le Bourdon zuweilen anseinen kleinen Waldgesährten nahm, daß er in diesem Sommer bei