ihrer Wohlfahrt beseelte Alle, — ein Gefühl, welches durch dieMittheilungen des zweiten Lieutenants und des Geistlichen nochgesteigert wurde.
Um fünf Uhr begab sich Rosa, von Harry begleitet, an dieSeite des Schiffes und wurde i» der auf Kriegsschiffen gewöhn-lichen Weise an Bord gehißt, da diese keine Fallreepstreppen ha-ben. Man führte sie sogleich in ihre Kajüte, wo sich Alles vor-fand, was ein so kleines Gemach nur wohnlich und behaglich ma-chen konnte.
Die Sonne war dem westlichen Horizonte ziemlich nahe, alsder Hochbootsmann und sein Maat die Pfeife laut werden ließen,um die Anker zu lichten. Harry eilte zu seiner reizenden Gattin,um ihr das Verhalten eines Kriegsschiffes bei einer solchen Gele-genheit zu zeigen. So viel Rosa auch in den letzten Wochen vondem Meere und dem Thun an Bord eines Schiffes gesehen hatte,fand sie doch, daß sie noch viel zu lernen habe, und daß sich einKriegsschiff wesentlich von einem Kaufsahrcr unterschied.
Der Poughkeepsie war nach seinem Baue, der Zahl seiner Ka-nonen und seinem Scharter*') nur eine Kricgsschluppe oder Kor-vette, er hatte aber die Ausdehnung einer altmodischen Fregatte,denn er faßte gegen tausend Tonnen. Die Fregatten, wie sie voreinem halben Jahrhundert auf der See gingen, waren selbst nichtimmer so groß, aber sie waren anders gebaut, denn sie hatten einregelmäßiges Geschütz- oder „bewaffnetes Deck", über welchem einzweites hinlief, das aus seiner Schanze und seinem Vorderkastellgleichfalls Batterien von leichterm Geschütz hatte. Der Poughkeepsiehatte im Gegentheile nur ein „bewaffnetes Deck" und darauf nurzwanzig Kanonen. Diese Kanonen waren aber von ungewöhnlichschwerem Kaliber, denn sie schleuderten zwei und dreißigpfündigeKugeln aus, die Pairhans oder Kolumbiaden nicht gerechnet,
') Der Rang eines Kriegsschiffes.
Der Neberfetzer,