zu werden. „Ihr wißt, wie gern sie von der See spricht, und wieoft sie sich seemännischer Ausdrücke bedient?"
„Dieß ist nicht schwer zu bemerken, Rosa," antwortete der jungeManu und blickte an der Wand empor, um dem schönen Geschöpfevor sich nicht in die Augen blicken zu müssen, — „Mistreß Buddhat in dieser Beziehung einen seltsamen Geschmack."
„Nun sagt mir, Harry, das heißt, antwortet mir offen, ich meine,ob sie sich nicht zuweilen irrt, — wie?
„Ei, ja, zuweilen ein wenig, das heißt, nicht immer, Ihrwißt, Jedermann irrt sich zuweilen."
Rosa schwieg einen Augenblick und schien verlegen, dann setztesie das Gespräch fort:
„Tantchen versteht aber nicht so viel von der See und vonSchiffen, wie sie glaubt?"
„Vielleicht nicht. Wir überschätzen all unser Wissen. Ich be-haupte , ich selbst bin kein so guter Seemann, als ich es zu seinglaube."
„Selbst Spike gibt zu, daß Ihr einer der geschicktesten See-männer seid. Für Frauen dürfte es jedoch schwierig sein, sich einegenaue Kenntniß von all den seltsamen und zuweilen rauhen Aus-drücken zu verschaffen, deren ihr Seeleute euch bedient."
„Ganz gewiß, und deshalb werde ich mich freuen, wenn Ihrgar keinen Versuch macht. Wir rauhen Söhne des Meeres hörenunsere Frauen lieber kleine Versehen machen, denn gleich alten Sal-zern schwadronircn."
„Herr Mulford! Schwadronirt Tante Budd wie ein alterSalzer?"
„Liebste Rosa, ich habe nicht an Eure Tante, sondern an Euchgedacht, an meine Rosa, die weiblich, hold, lebhaft, lieblich an Formund Charakter, eine Eingeweihte des Meeres, und voll seiner Spracheund Gedanken ist."
Ohne Zweifel hörte Rosa diese Hindeutung auf sich nicht sehr