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vor Rosa den Geist und die Erfahrung ihrer Tante in Abrede zustellen, nahm er doch keinen Anstand, über Rosa zu lachen. Siewar in Betreff ihres Wissens ohne allen Dünkel, und ihr rascherVerstand war für Alle, die ihr nahe kamen, eben so augenfällig,wie ihre Schönheit.
„Rosa, Ihr versteht den Gebrauch des Chronometers nickt,wie ich sehe," sagte der Maat ernst, „so viel ich Euch darüber ge-sagt habe."
„Er soll die Zeit angcben, Harry, — nicht?"
„Ganz recht; aber er soll die Zeit eines bestimmten Meridiansangebcn; ich denke, Ihr wißt, was ein Meridian ist?"
Rosa blickte ihren Verlobten aufmerksam an, und sie sah unge-,mein lieblich aus; denn sie erröthcte leicht, obgleich ihr Lächeln sooffen und freundlich war, als cs dich in ihrer Unbefangenheit undLiebe nur sein konnte.
„Ein Meridian ist ein Punkt über unserem Haupte, — dieStelle, wo die Sonne Mittags steht."
„Sehr gut; zuweilen bezeichnet man aber damit auch die Länge.Wenn man eine Linie von einem Pole zu dem andern zieht, nenntman alle Punkte, welche sic durchschncidct, Meridiane. Da dieSonne sich zuerst östlich zeigt, muß sie in Osten früher aufgehcn,als in Westen. So kommt es, daß sie zu Greenwich in England,wo man zu nautischen Zwecken eine Sternwarte errichtete, fünfStunden früher aufgeht, als hier. Dieser ganze Unterschied beruhtauf Gesetzen, und wir können ihn genau berechnen."
„Wie ist dieß möglich? Ihr habt mir's neulich erklärt, ichhabe es aber wieder vergessen."
„DieSache ist einfach. Die Erde dreht sich in vierundzwanzigStunden um ihre Are, und ihre Peripherie, ihr Umkreis, wird indrcihnndertscchzig gleiche Theile, Grade genannt, eingctheilt; wirdürfen also 360 nur durch 24 dividiren, um zu wissen, wie vieledieser Grade den Unterschied ausmachen, welchen Eine Stunde Zeit