156
Dieser Befehl wurde vollzogen. Die Kriegsschluppe hatte ihrHauptmarssegel kaum gefüllt, als sie nach normen zog und derBrigantine den nöthigen Raum ließ, um auf ihrem Kurse abzu-laufen. Spike benutzte jedoch den offenen Raum nicht, sondernschickte mehrere Matrosen in die Höhe nach Normen, wo man sie be-reit sah, die oberen Raaen und die Bramstange niederzulassen.
Sobald das Steuer der Kriegsschluppe abgcsallen war, gingdas Schiff dicht an der Luvseite der Brigg entlang und hielt aufihrem Spiegel in seinem Kurs ab. Die Segel schlugen flatterndan seinem Bord, als das Schiff sich zu bewegen begann, und Mullsprach Spike au:
„Hat sich etwas dort oben begeben?" fragte der Kapitän desKriegsschiffes.
„Ja, ja, die Bramstange ist gesprungen, und ich glaube, dieseGelegenheit ist günstig, eine andere an ihre Stelle zu bringen."
„Soll ich Euch ein paar Zimmerleute schicken, Herr Spike?"
„Dank' Euch Herr, dank' Euch non ganzem Herzen; es wirdjedoch ohne sie gehen. Es ist ein altes Stück Holz, und cs isthohe Zeit, daß ein besseres an seine Stelle kommt. Wer weiß, obich nicht gejagt werde und tüchtiger Spieren bedürftig bin."
Kapitän Mull lächelte und hob seine Mütze als Zeichen desLebewohl, womit die Unterhaltung geschlossen war. Der Pough-kecpfie gleitete rasch mit einem freien Winde ab, und die Swashblieb fast unbeweglich stehen.
Nach zehn Minuten waren die beiden Schiffe mehr als eineMeile non einander, und nach zwanzig anßer Schußweite.
So natürlich und gewöhnlich auch diese Trennung scheinenmochte, herrschte doch an Bord der beiden Schiffe ziemlich vielMißtrauen, und Spike's Gehaben zeugte non seiner großen Ver-schlagenheit. Er wußte recht gut, daß jeder Fuß, welcher dieKriegsschluppe aus ihrem Kurs vorrückte, sie ebenso weit leewärts,und daher seine eigene Brigg ganz nach windwärts brachte.