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einem Mädchen wie Lucy nur immer scyn kann, da diese sehr strengauf Beobachtung des Anstandes hält, und ich schließe also, daß sieunter sich einverstanden sind. Ich habe schon daran gedacht, mitLucy über die Sache zu reden; aber ich mag in einem Falle, wokein Htnderniß vorhanden ist, keinerlei Einfluß auf ihr Urtheil gel-tend machen. Drewett ist eine in jeder Beziehung paffende Parthieund so lasse ich den Dingen lieber ihren Lauf. Ein kleiner Um-stand ist mir übrigens ausgefallen, dessen ich gegen Dich, MileS,der Du gewissermaßen mein Sohn bist, Wohl erwähnen darf, undden ich für des Mädchens Neigungen als entscheidend betrachte —ich habe nämlich bemerkt, daß sie alle Gelegenheiten vermeidet, wosie mit Drewett allein seyn könnte — sie lehnt z. B. Ausflüge ab,wo sie in seinem Wagen fahren müßte, und geht eben so wenigallein mit ihm, nicht einmal bis zur nächsten Thüre. Ja so eigenist sie, daß sie sogar bei seinen häufigen Besuchen in ihrem HauseeS stets so einzurichten weiß, daß sie niemals mit ihm allein ist."
„Und betrachtet Ihr das als einen Beweis von Neigung?-—als ein Zeichen ihres Verständnisses? Findet Ihr eine solche An-sicht durch Eure eigene Erfahrung bestätigt, Sir?"
„Was anders kann eS seyn, als das Bewußtseyn ihrer Leiden-schaft — einer Liebe, die sie vor Jedermann verbergen will? Duverstehst Dich nicht aus ihr Geschlecht, MileS — so viel ist mirklar — sonst würdest Du die Feinheiten der Frauennatur weit besserkennen. Was meine Erfahrung betrifft, so kann ich hieraus keinenSchluß ziehen, da ich und mein thenreS Weib uns noch sehr jungund ganz allein in ihrer Mutter Landhanse zusamnienfanden, unddas verschämte Mädchen keine Gelegenheit fand, ihr Bewußtseynvor der bettlägerigen alten Dame zu verrathen. Wenn ich michüberhaupt auf die mewchliche Natur verstehe, so ist dies das Ge-heimniß von Luey's Gefühlen für Andrew Drewett. Nichts destoweniger scheint eS mir für Dich, MileS, nicht von großer Bedeutung,denn cs gibt ja noch die Fülle von jungen Mädchen in der Welt."