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Augenblick hatte wohl Miß Merton beinahe ganz vergessen, daßüberhaupt ein Mensch wie MileS Wallingford eristirte: nur jeneprachtvolle Perlenschnur, welche einst den Hals seines WcibeS zuschmücken bestimmt war, falls er jemals ein solches finden sollte —nur sie mochte noch zuweilen ihrem Gedächtnisse vvrschweben.
Aber Lucy — die liebe, aufrichtige, warmherzige, wahrheits-liebende, geliebte Lucy — von ihr habe ich die ganze Zeit übervergessen, zu reden! Da saß sie in jungfräulicher Lieblichkeit,ihre Schönheit war noch mehr entwickelt, ihr Auge so feurig, sostrahlend und gefühlvoll wie immer, ihr Erröthen so zart, ihrLächeln so süß und ihre Bewegungen so graziös und natürlich!Die Einfachheit ihrer Halbtraucr vermehrte noch ihre Schönheit,und doch war diese von einer Art, daß sie von der Kleidung keinerandern Beihülfe, als etwa einer solchen, bedurfte, welche rein vomGeschmacke abhing. Wie ich sie so ganz bezaubert anstarrte, kameS mir vor, als ob zur Vollendung ihrer Erscheinung nichts weiterdenn mein eigenes Halsband fehlte.
Ich war ein starker Mann, von mächtigem Glicderbau, inMühen und Gefahren abgehärtet, und doch hätte ich niedersitzenund weinen können, nachdem ich das kostbare Geschöpf eine Zeitlang betrachte! und sich mir abermals die Ueberzeugung aufgedrängthalte, daß ich meinen Umgang mit ihr nie wieder, wenigstens nichtauf so vertrantem Fuße, Herstellen könne. Der Gedanke, daß wir vonTag zu Tage einander fremder würden, — wahrlich, er war bei-nahe unerträglich. Glühende Thräuen drängten sich mir in dieAugen — doch gelang es mir noch, diese Schwäche vor meiner Um-gebung zu verbergen.
Der Vorhang fiel, die Tragödie war zu Ende und die Zu-schauer fingen an aufzubrechen. Das Parterre, das kaum nochüberfüllt gewesen, war jetzt beinahe leer, und ich fürchtete gesehenzu werden. Dennoch konnte ich mich nicht losreißen, und blieb