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„MileS, wenn ich jetzt eine Mutter am Leben hätte — mitdiesem Geld könnte ich ihr ein behagliches Alter schaffen! Es scheint,wer keine Mutter besitzt, der hat Geld, und wer kein Geld hat,der besitzt eine Mutter."
Ich wartete eine Weile, bis Marble seine Selbstbeherrschungwieder gewannen hatte und drang dann in ihn, in seiner Geschichtefortzufahren.
„Ich habe Euch schon erzählt, wie ich über meine Lage ver-allgemeinerte, sobald ich mich in meiner Hütte allein fand," begannder Ersteuermann auf's Neue. „Ich kam zu dem Schluffe, wennich bis zum nächsten Tage bliebe, würdet ihr mich mit Gewalt ent-führen, und so bestieg'ich das Langboot, steuerte es wohlweislichferne vom Schiffe aus der Lagune, kam durch das Riff und hieltmich bis zu Tagesanbruch fortwährend windwärts. Die Insel warmir jetzt schon ganz aus dem Gesicht, nur die Obersegel des Schiffskonnte ich noch bemerken, sobald ihr euch damit ans den Weg »rächtet.Ich behielt die Oberbrau,segel im Auge, bis ich die Insel wiedergewahrte und als ihr meinen Blicken entschwandet, lief ich ein undnahm meine Reiche in Besitz, ohne daß mir Jemand meinen Willenangefochtcn oder meinen Einfall mir auszureden versucht hätte."
„Ich bin froh, daß ich Euch jenen Gedanken selbst als einenEinfall bezeichnen höre, denn Vernunft war in der Thal keinedaran. — Ihr wurdet Euren Jrrthum wohl bald gewahr, meinalter Tischgenosse, und finget dann au, der Hcimath zu gedenken?"
„Ich wurde bald gewahr, MileS, baß, wenn ich auch wederVater noch Mutter, weder Bruder noch Schwester besaß, mir doch nochimmer Vaterland und Freunde übrig blieben. Jenes Marmorstück,auf welchem ich im Hofe des Steinhauers gefunden wurde, schienmir nun eben so theuer, als dem KönigSsohn seine goldene Wiegeseyn kann; ich dachte an Euch und alle die Anderen — ja ich sehntemich nach euch, wie sich nur eine jammernde Mutter nach ihrenKindern sehnt."
MileS Wallingford. 37