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auch noch die Strömungen zu fürchten: wir sondirten, ohne aberauf den Grund zu stoßen.
„Ja, ja, das ist eines von den Korallenriffen, wo man miteinem Ruck von der tiefen See auf die Felsen gelangt," murmelteMarble, indem er befahl, das Schiff an den Wind zu bringen,um so weit wie möglich vom Ufer abzuhalten. „Man merkt nichtsund plötzlich hat man ein Wrack unter den Füßen. Vom Ankernist an einem solchen Orte schon gar nicht die Rede, ebensogulkönnte Einer eine Leine von hier bis Japan ansspannen; fände derAnker auch seinen Grund, so wäre doch das Kabel nicht besserdaran, als ein Mann, der sich in einer Hängematte voll offenerNasirmeffer schlafen legt."
Dies Alles war nur allzu wahr und wir bewachten deßhalbden Erfolg unserer Kursänderung mit der ängstlichsten Spannung:alle Matrosen wurden aufgerufen und auf ihre Posten gestellt, umdas Schiff gehörig zu regieren. Allein in wenigen Minuten konntenwir uns überzeugen, daß die Hoffnung, bei so schwachem Windevon der Küste abzuhalten, im höchsten Grade eitel war: das Schiffeilte in raschem Laufe gegen die Klippen, welche uns nun — alssicheres Zeichen ihrer furchtbaren Nähe — sogar im Mondscheineklar entgegen leuchteten.
Jetzt kam einer jener Augenblicke, da Marble sich als ächtenMann bewähren konnte. Mit der höchsten Ruhe und Selbstbeherr-schung stand er am Hackbord und gab seine Befehle mit einer Klar-heit, einer Genauigkeit, wie ich sie noch nie übcrtroffen gesehen hatte.Ich selbst sollte ans den Puttingcn bleiben, um das Ausweisen desBlciloths zu überwachen; aber „kein Grund" — so lautete unver-ändert die Meldung und wir durften auch keinen solchen erwarten,da wir wußten, daß diese Riffe auf der Luvseite senkrecht aus derTiefe emporstarrten.
Der Kapitän rief mir von Zeit zu Zeit herüber, mich zurThätigkeit und Wachsamkeit ermahnend, da das Schiff in unwider-