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dieses niedere Segel zuweilen an dem Schiffe zerrte, machte letztereserbeben vom Kiel bis zum Flaggenknopf.
Jetzt, zum ersten Male in meinem Leben, erfuhr ich, was einSeeorkan bedeutet. Stürme, und zwar recht tüchtige, hatte ichschon mitgemacht; allein die Gewalt deö Windes bei dieser Gele-genheit übertraf die eines gewöhnlichen Sturmes in demselbenBerhältniß, wie diese die Kraft einer Vollsegelbrise überboten hätte.Die See schien förmlich niedergepreßt, da der Druck der Atmo-sphäre, wenn ste in Luftströmen über die Oberfläche des See'Shinsauste, die Wogen am Aufschwellen hinderte; wenn sich auchirgendwo ein Wafferwall emporthürmte, so geschah eS nur aufAugenblicke und er zerstob wieder in Schaum, so schnell als die Artdie Unebenheiten an einem Holzklotz wegfliegen läßt. Der Sturmhatte schon säst eine Stunde in seiner vollen Heftigkeit gewüthet undgleichwohl war kein bedeutendes Anschwellen deS OceanS zu be-merken — das tiefe Athmen deS Elementes konnte freilich nichtganz gehemmt werden — und das Schiff hielt einen so stätigenGang, wie wenn eS halb leewärts beigelegt wäre, so daß eS mitdem unteren Naaarme das Wasser beinahe berührte und dieseNeigung so ruhig beibehielt, als ob es durch Taljen zu der Rich-tung gezwungen würde.
Zur Sicherung der Segel mußten einige von uns bis zu denKnicholzwänden emporsteigen — höher aber war eS rein unmöglich,zu klimmen. Ich bemerkte: wenn man die Hand ausstreckte, umEtwas zu erfassen, so hatte man diese Bewegung in solcher Rich-tung auszuführen, daß dabei ei» tüchtiges Mehr nach der Leeseitezu gerechnet wurde, gerade wie ein Boot den Fluß dnrchschneidet,indem eS gegen die Strömung anhält. Beim Aufsteigen war eShöchst schwierig, den Fuß auf der Webeleine zu halten und beimNiedergehen bedurfte eS einer gewaltigen Anstrengung, um denKörper gegen den eigentlichen Schwerpunkt hinabzuzwängen. Wennich bis zu den Kreuzhölzern hinaufgekrochen und dort über Bord